Hornhautentzündung durch Kontaktlinsen: Wann es gefährlich wird
Kontaktlinsen tragen die meisten Menschen jahrelang, ohne je Probleme zu bekommen. Trotzdem zählt die Hornhautentzündung, medizinisch Keratitis, zu den ernsteren Komplikationen, die dabei auftreten können. Sie entwickelt sich manchmal binnen Stunden und kann, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, das Sehvermögen dauerhaft schädigen. Wer die Risikofaktoren und Warnzeichen kennt, kann im Ernstfall richtig reagieren.

Was verursacht eine Hornhautentzündung bei Kontaktlinsenträgern?
Meistens stecken Bakterien dahinter, die über die Linse auf die Hornhautoberfläche gelangen. Seltener sind Pilze die Ursache. Besonders gefürchtet ist die Akanthamöben-Keratitis: Akanthamöben sind winzige Einzeller, die häufig über Leitungswasser mit den Linsen in Kontakt kommen. Diese Form gilt als hartnäckig und schwer zu behandeln, weshalb Vorbeugung hier besonders wichtig ist.
Welche Risikofaktoren begünstigen eine Keratitis?
Nicht jeder Fehler beim Umgang mit Kontaktlinsen führt automatisch zu einer Entzündung. Bestimmte Gewohnheiten erhöhen das Risiko aber deutlich:
Kontakt mit Wasser
Kontaktlinsen beim Schwimmen oder Duschen tragen
Linsen mit Leitungswasser statt Kontaktlinsenlösung spülen
Aufbewahrungsbehälter mit Wasser statt Lösung befüllen
Zu lange Tragedauer
Linsen länger tragen als vom Hersteller empfohlen
Übernachten mit Linsen, die dafür nicht zugelassen sind
Mangelnde Hygiene
Linsen ohne vorheriges Händewaschen einsetzen
Alte oder verschmutzte Aufbewahrungsbehälter weiterverwenden
Wer regelmäßig mit Kontaktlinsen schläft, sollte ohnehin wissen, welches Risiko das Übernachten mit Kontaktlinsen tatsächlich birgt und ob die eigenen Linsen dafür überhaupt geeignet sind.
Welche Warnzeichen sollten Sie ernst nehmen?
Eine beginnende Keratitis kündigt sich meist deutlich an. Diese Symptome sind kein Grund zum Abwarten:
Akute Beschwerden am Auge
Plötzliche Rötung
Starke Schmerzen
Ein deutliches Fremdkörpergefühl
Veränderungen der Sehfähigkeit
Ausgeprägte Lichtempfindlichkeit
Spürbare Sehverschlechterung
Weitere Anzeichen
Vermehrter Ausfluss oder Tränenfluss
Nicht jede Sehverschlechterung mit Kontaktlinsen bedeutet gleich eine Entzündung, manchmal steckt auch etwas anderes dahinter. Falls Sie öfter trotz Kontaktlinsen unscharf sehen, lohnt sich ein Blick auf die möglichen Ursachen. Kommen Rötung, Schmerzen oder Lichtempfindlichkeit hinzu, ändert sich die Lage aber grundlegend.
Was tun, wenn diese Symptome auftreten?
Bei den genannten Warnzeichen gilt: Linsen sofort herausnehmen und zeitnah einen Augenarzt aufsuchen. Das gilt auch nachts oder am Wochenende, eine Keratitis wartet nicht auf Öffnungszeiten. Tragen Sie die Linsen keinesfalls weiter, in der Hoffnung, die Beschwerden würden von selbst vergehen.
Der Grund für diese Dringlichkeit liegt in der Beschaffenheit der Hornhaut selbst. Bleibt eine Entzündung unbehandelt, kann sie vernarben. Solche Narben liegen dann dauerhaft im Sehbereich und lassen sich später oft nicht mehr vollständig rückgängig machen. Je früher eine Keratitis erkannt und behandelt wird, desto besser stehen die Chancen auf eine folgenlose Ausheilung.
Wie beugen Sie einer Hornhautentzündung vor?
Die meisten Fälle lassen sich durch konsequente Hygiene vermeiden. Ein paar Grundregeln machen dabei den größten Unterschied:
Im Alltag beachten
Hände vor jedem Einsetzen und Herausnehmen gründlich waschen
Linsen nie mit Leitungswasser in Berührung bringen, weder beim Spülen noch beim Aufbewahren
Vorgeschriebene Tragedauer einhalten und nicht überziehen
Regelmäßig kontrollieren lassen
Aufbewahrungsbehälter regelmäßig austauschen
Augenärztliche Kontrolltermine wahrnehmen, auch ohne akute Beschwerden
Diese Maßnahmen kosten wenig Aufwand, senken das Risiko einer Keratitis aber erheblich. Wer sie beherzigt, kann Kontaktlinsen über Jahre hinweg unbeschwert tragen. Bei Unsicherheit, welche Tragezeiten und Pflegeprodukte für den eigenen Linsentyp gelten, gibt eine augenärztliche Beratung verlässlich Auskunft.



Kommentare