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Augen Forum

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Anisometropie

Hallo.

Ich hatte als Kind einen Unfall am rechten Auge. Ich habe von heute auf morgen schätzungsweise -4,0 Dioptrin gehabt. Ich kann mich noch erinnern, dass ich nicht sofort eine Brille bekommen habe und lange Zeit starke Probleme mit dem Sehen hatte. Meine Eltern meinen, dass die Ärzte das damals mit Absicht gemacht haben, damit sich das gesunde Auge angleicht. Anderfalls würde man unter einer Anisometropie leiden.

Aktuell streitet die gegnerische Versicherung ab, dass die Fehlsichtigkeit am "gesunden" Auge eine Folge des Unfalls ist. (die Versicherung bräuchte die Brillen nicht mehr bezahlen, da ich ja eh eine brauche...) Klären muss das u. U. ein Gutachter, aber ich möchte das gerne verstehen. Im Netz finde ich bisher nur Behandlungsmethoden per Kontaktlinse, Brille oder Lasern. Aktuell habe ich -6,5 (links) und -13,5 Dioptrin und habe starke Probleme bei der Bildschirmarbeit.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

LG

Gerrit

235 Ansichten

Auch hier kann ich nur Vermutungen anstellen, eine Möglichkeit wäre: Sie wäre (auch ohne Unfall) auf beiden Augen kurzsichtig geworden. z.B. mit ca. -6dpt auf beiden Augen. Ein Unfall in der Art wie von Ihnen beschrieben wird mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem frühzeitigem Grauer Star (traumatische Katarakt) führen. Mit der Linsentrübung durch den Grauen Star kann es zu einer zusätzlichen Myopisierung kommen, das bedeutet dass es im Laufe der Zeit mit einer Zunahme der Dioptrien am rechten Auge kommt.


Andererseits kommt es auch vor, dass ohne Unfall Menschen auf beiden unterschiedliche Dioptriewerte besitzen.


Wenn nur ein Auge durch den Unfall verletzt worden ist, sollte das zweite Auge keine Folgeerscheinungen nach dem Unfall haben.


Mir wäre nicht bekannt, dass durch eine Behandlung gezielt Dioptriewerte "erzeugt" werden können. Also dass die Werte am am linken Auge durch eine Behandlung erzeugt worden wären, halte ich für unwahrscheinlich. Ich kenne die früheren Möglichkeiten nicht, aber heutzutage wird mit den möglichen Ansätzen versucht ein Voranschreiten einer möglichen Kurzsichtigkeit zu reduzieren. Demnach könnte man (heutzutage) nur bewusst darauf verzichten diese einzusetzen. Ich vermute allerdings, dass die Möglichkeiten vor 30 Jahren diesbezüglich auch noch deutlich begrenzter waren.


Um Ihnen Klarheit zu verschaffen würde ich jedoch empfehlen einfach mit sämtlichen Befunden einen Augenarzt aufsuchen, mit der Bitte nach genauer Untersuchung und Studium der Vorgeschichte Ihnen den Sachverhalt einfach zu erklären. Es handelt sich doch um eine komplexere Vorgeschichte und da Sie anscheinend auch ein Verfahren eingeleitet haben, würde ich nicht auf Vermutungen, sondern auf eine individuelle Untersuchung und gesicherte Diagnosen vertrauen.

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