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Worth-Test

Worth -Test

ICD-10: iA06_ICD10 + iA07_ICD10Beschreibung

Der Worth-Test ist eine Untersuchungsmethode zur Überprüfung des Simultansehens, sensorischer Fusion sowie der sensorischen Adaptionen und wird bei der Beurteilung des Ausmaßes von Schielerkrankungen angewendet.


Während der Untersuchung blickt der Patient durch einen Rot-Grün-Filter. Dies führt dazu, dass das Auge mit dem roten Filter rote Zeichen nicht mehr wahrnehmen kann, während das andere Auge keine grünen Zeichen wahrnehmen kann. Somit ist es möglich die Sinneseindrücke der beiden Augen voneinander zu trennen.


  • Fusion

  • Suppression

  • Doppelbilder (Diplopie)

  • Mono-Fixationssyndrom 

Worth -Test - Vorbereitung

iD02_InhaltText

iD01_InhaltHinweis

Worth-Test - Durchführung

  • Entfernung   zur Lesetafel 5-6 Meter

  • Aufsetzten der Rot-Grün-Brille

  • Abdunkeln des Raums


Der Patient positioniert sich etwa 5-6 Meter von der Lesetafel   entfernt und setzt eine Rot-Grün-Brille auf oder bekommt einen   Rot-Grün-Filter vorgehalten. Hierbei wird üblicher Weise der rote Filter   wieder vor das rechte Auge gesetzt. Anschließend wird der Patient   aufgefordert auf die Sehtafel zu blicken.


Nun wird der Patient aufgefordert zu beschreiben oder aufzuzeichnen wie viele Objekte er sehen kann   und wo sich diese befinden.

iD01_InhaltHinweis

Worth Test Auswertung einfache Erklärung

Orthophorie + Normale retinale Korrespondenz (Unauffälliger Befund)

Bei einem unauffälligen Befund werden 4 Objekte wahrgenommen. Da das   weiße Objekt von beiden Augen fusioniert wird, ist die Farbe weder eindeutig   grün noch eindeutig rot. Die   entscheidende Frage zur Bestätigung des Simulatansehens und der sensorischen   Fusion ist daher wie viele Objekte wahrgenommen werden.

Hinweis:   Um eine abnormale retinale Korrespondenz auszuschließen muss zusätzlich ein Cover/ Uncover-Test durchgeführt werden.

Worth Test (W4DT) Orthophorie + Normale retinale Korrespondenz (Unauffälliger Befund)

Strabismus + Abnormale retinale Korrespondenz

Allerdings können auch Patienten, bei welchen ein Strabismus besteht, angeben, dass Sie vier   Zeichen sehen. Um diese von einem unauffälligen Befund unterscheiden zu   können, ist es notwendig vorher ein Auf-/ Abdecktest durchzuführen. Zeigt   sich im Covertest eine leichte Tropie, so wäre entweder eine Suppression oder   eine Diplopie zu erwarten. Wenn der Patient jedoch im Worth-Test angibt 4   Objekte zu sehen, so besteht eine sensorische Fusion trotz bestehendem   Strabismus. Dies bedeutet, dass eine abnormale retinale Korrespondenz   besteht.

iD01_InhaltHinweis

Strabismus + Abnormale retinale Korrespondenz Worth Four Dot Test

Esotropie/ Exotropie

Besteht eine Diplopie (Doppelbilder), so gibt der Patient an 5 Objekte   sehen zu können (2 rote und 3 grüne). In weiterer Folge muss nun evaluiert   werden, ob eine homonyme Diplopie (ungekreuzt) oder eine heteronyme Diplopie (gekreuzt) vorliegt.


Geht man davon aus,   dass der Patient mit dem rechten Auge durch das rote Filterglas blickt,  ergeben sich folgende Möglichkeiten:


Homonyme Diplopie (ungekreuzt) – Esotropie

Werden die beiden  roten Objekte rechts von den grünen Objekten wahrgenommen, liegt eine Esotropie vor. Es kommt zu   ungekreuzten Doppelbildern.


Heteronyme Diplopie (gekreuzt) – Exotropie

Werden die beiden  roten Objekte links von den grünen Objekten wahrgenommen, liegt eine Exotropie vor. Es kommt zu gekreuzten Doppelbildern.

iD01_InhaltHinweis

Esotropie und Exotropie im WFDT bei horizontaler Deviation

Hypertropie/ Hypotropie

Sieht der Patient 5 Objekte   (2 rote und 3 grüne) und liegen diese nicht nebeneinander, sondern   übereinander, liegt eine vertikale Deviation vor.


Geht man davon aus,   dass der Patient mit dem rechten Auge durch das rote Filterglas blickt,   ergeben sich folgende Möglichkeiten:


Homonyme Diplopie (ungekreuzt) – Esotropie

Werden die beiden   roten Objekte über den grünen Objekten wahrgenommen, liegt ein Tiefstand des   rechten Auges (Hypotropie) oder ein Hochstand des linken Auges (Hypertropie)   vor.


Heteronyme Diplopie (gekreuzt) – Exotropie

Werden die beiden   roten Objekte unter den grünen Objekten wahrgenommen, liegt ein Hochstand des   rechten Auges (Hypertropie) oder Tiefstand des linken Auges (Hypotropie) vor.

Hinweis:   Liegt eine alternierende Suppression vor, so geben Patienten an ebenfalls fünf Objekte zu sehen. Allerdings werden diese nicht gleichzeitig wahrgenommen, sondern abwechselnd. Die Patienten sehen folglich für einen kurzen Moment die beiden roten und anschließend die drei grünen Objekte, allerdings nie alle fünf Objekte auf einmal. Eine genaue Befragung des Patienten ist daher ist daher essentiell.

Hypertropie oder Hypotropie im Worth Four Dot Test

Suppression

Sieht der Patient weniger als vier Objekte so liegt eine Suppression eines Auges vor.


Geht man davon aus,   dass der Patient mit dem rechten Auge durch das rote Filterglas blickt,   ergeben sich folgende Möglichkeiten:


Suppression des linken Auges

Werden nur die beiden   roten Objekte wahrgenommen, so liegt eine Suppression des linken Auges vor.


Suppression des rechten Auges

Werden nur die drei   grünen Objekte wahrgenommen, so liegt eine Suppression des rechten Auges vor.

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Suppression im Worth Four Dot Test

iE01_Gallerie

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