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Brillenhämatom

Bilaterales periorbitales Hämatom (Brillenhämatom)

ICD-10:   S05.-   Verletzung des Auges und der Orbita

Ein Brillenhämatom ist meist die Folge einer Verletzung. Durch die Gewalteinwirkung kommt es zu Gefäßverletzungen und somit zum Eintritt von Blut in die umgebenden Gewebe. Meistens ist eine genaue Abklärung zum Ausschluss von Begleiterkrankungen notwendig.

Das Wichtigste auf einen Blick

Definition

Beidseitiges periorbitales Hämatom

Ursachen

Unfall

Symptome

Blauer Fleck um beide Auge

Diagnostik

Genaue Untersuchung zum Ausschluss von Begleitverletzungen

Therapie

Abhängig von der Ursache

Brillenhämatom - Definition

Als Brillenhämatom oder beidseitiges (bilaterales) augenumgebendes (periorbitales) Hämatom wird ein Hämatom bezeichnet, dass beidseitig um die Augen auftritt. Dabei ist sowohl das Oberlid als auch das Unterlid betroffen.


Es kommt dabei zu einer Kombination von Blutansammlung (Hämatom), flächenhaften Hautblutungen (Ekchymosen) und einem Ödem.

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Brillenhämatom - Symptome

Ein Brillenhämatom führt zu einer Verfärbung des periorbitalen Bereichs sowie der Augenlider. Die Farbe kann von blau bis schwarz variieren. Im Laufe der Zeit verändert sich die Farbe oft und wird zunächst grün, bevor sie dann leicht gelblich wird.


Außerdem bestehen aufgrund der äußeren Verletzung fast immer Schmerzen. Das austretende Blut drückt auf das umgebende Gewebe sowie Nerven, was zu einer zunehmenden Schmerzempfindlichkeit führt.


Außerdem kommt es meist zu einer Schwellung der Augenlider und zu leichtem Druckschmerzen. Auch ein Taubheitsgefühl kann sich entwickeln.


Begleiterscheinungen wie Schwindel, Müdigkeit oder Kopfschmerzen treten ebenfalls oft gemeinsam mit einem Brillenhämatom auf. 

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Brillenhämatom – Ursachen & Risikofaktoren

Die Ursache für ein Brillenhämatom kann vielseitig sein. Allerdings deutet ein Brillenhämatom meist auf eine schwere Verletzung hin. Eine der häufigsten Ursachen ist beispielsweise ein Knochenbruch im Bereich der Schädelbasis (Schädelbasisfraktur. Dabei werden viele Gefäße verletzt und es kommt zu einem typischen beidseitigen Blutverlust. Infolge eines Bruchs der Augenhöhle (Orbitafraktur) kommt es meist nur zu einem einseitigen Monokelhämatom. Nur in seltenen Fällen kommt es bei Orbitafrakturen zu einem beidseitigen Hämatom.


Eine genaue Erhebung des Unfallhergangs und des Verletzungsgeschehens ist wichtig, um gefährliche Begleitverletzungen auszuschließen:


  • Bulbus-/ Orbitatrauma

  • Schädelbasisfraktur

  • Orbitabodenfraktur (Blow-out-Fraktur)


Bulbus-/ Orbitatrauma

Besteht der Verdacht auf ein Bulbustrauma oder Orbitatrauma, so ist eine zeitnahe Inspektion des Auges ratsam. Mit zunehmender Schwellung wird eine Untersuchung des Augapfels (Perforation?) zunehmend schwieriger.


Schädelbasisbruch

Ein Schädelbasisbruch führt oft zu einem beidseitigen Hämatom (Brillenhämatom)


Orbitadachfraktur

Eine Fraktur des Orbitadachs tritt in etwa 10% der Gesichtsfrakturen auf. Bei Kindern jedoch meistens keine operative Rekonstruktion notwendig.


Orbitabodenfraktur/ Blow-out-Fraktur

Eine Orbitabodenfraktur entsteht oft durch einen plötzlichen Druckanstieg in der Orbita. Insbesondere bei Verletzungen durch Tennisbälle, Baseballbälle oder Squashbälle (Durchmesser > 5cm) können dazu führen, dass der Augapfel  in die Augenhöhle (Orbita) „gedrückt“ wird. Dadurch kommt es zu einer Komprimierung des Augapfels und des umgebenden Fettgewebes. Durch den erhöhten Druck in der Augenhöhle gubt der dünne Knochen des Orbitabodens nach und es kommt zu einer Orbitabodenfraktur. Gelegentlich kann auch die nasale Orbitawand durchbrochen werden.

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Brillenhämatom - Diagnostik

Ein Brillenhämatom ist eine Blickdiagnose und lässt sich auch durch einen Nicht-Medizinier leicht erkennen. 


Allerdings sollte stets eine gründliche Erhebung des Unfallsgeschehens sowie Kontrolle DURCH EINEN Arzt erfolgenerfolgen.


  • Unfallgeschehen (Anamnese)

  • Untersuchung (Inspektion)

  • Pupillenreaktion

  • Bulbusbeweglichkeit

  • Sehprobe (Visus)

  • Spaltlampenuntersuchung

  • evtl. Weitere Bildgebung (Röntgen, US, CT, MRT, OCT)


Unfallgeschehen (Anamnese)

Um das Ausmaß der möglichen Verletzung besser abschätzen zu können ist eine genaue Erhebung des Unfallhergangs wichtig. Handelt es sich um eine Gewalteinwirkung durch einen spitzen, scharfen Gegenstand so müssen Penetration, Perforation und mögliche Fremdkörper ausgeschlossen werden. Bei einem stumpfen Trauma (z.B. durch einen Schlag oder Ball) müssen vor allem Rupturen und Frakturen abgeklärt werden. Auch das mögliche Infektions-Risiko lässt sich so besser abschätzen.


Untersuchung (Inspektion)

Zunächst sollte das Auge vorsichtig abgetastet (Palpation) werden. So kann der Augeninnendruck grob abgeschätzt und eine Ruptur des Bulbus ausgeschlossen werden. Anschließend werden die Lider, Tränenwege sowie das Auge auf Verletzungen, Blutungen und Fremdkörper untersucht.


Pupillenreaktion

Die Pupillenreaktions-Prüfung kann Hinweis auf Schädigung des N. opticus sowie einen Ausriss des Selbigen geben. Allerdings kann es durch Verletzungen der Iris zu einer störung der efferenten Pupillenreaktion kommen. 


Bulbusbeweglichkeit

Eine Überprüfung der Bulbusmotilität kann Ausschluss über das Vorliegen zusätzliche Verletzungen geben. Bei einer Orbitabodenfraktur kommt es meist zu Störungen bei der Hebung des betroffenen Auges (M. rectus inferior entrapment) sowie Sensibilitätsstörungen der Oberlippe.

Auch Hämatome können zu Bewegungsbehinderungen kommen. Im Zweifel sollte Daher die Durchführung eines Traktionstests erwogen werden.

Ein Knistern beim Abtasten kann Hinweis auf eine Fraktur der Sibbeinzellen sein und führt im Röntgen zu einem „Black Eyebrow Sign“.

Weiters sind Verletzungsbedingte Störungen der Motilität in Folge von Verletzungen der versorgenden Hirnnerven möglich.


Sehprobe (Visus)

Die Überpüfung der Sehstärke gibt ebenfalls Hinweise auf das Ausmaß der Verletzung. Die Ursache für eine Sehverschlechterung kann dabei sehr unterschiedlich sein, ist jedoch meistens auf eine Organverletzung zurückzuführen. 


Spaltlampenuntersuchung

Nur bei isolierten Augenverletzungen sollte ein Augenarzt oder eine Augenambulanz aufgesucht werden. Sollte es sich um einen Unfall mit mehreren Betroffenen Regionen handeln, sollte stattdessen  eine Unfallklinik aufgesucht werden. Diese wird bei Bedarf einen Augenarzt hinzuziehen. 


Weitere Bildgebung (Röntgen, US, CT, MRT, OCT)

Oft ist es notwendig zusätzliche Verdachtsdiagnosen mithilfe einer weiteren Bildegebung abzuklären. Diese können Rückschlüsse auf Frakturen, Fremdkörper und Organverleztungen geben.

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Brillenhämatom - Therapie

Das Brillenhämatom selbst benötigt an sich keine spezielle Therapie und bildet sich innerhalb von Tagen bis Wochen zurück. Kühlung kann jedoch zu einer Reduktion der Schwellung und Schmerzen führen. 


Wichtig ist jedoch stets die medizinische Abklärung und der Ausschluss von Begleiterkrankungen (z.b. Schädelbasisbruch, intrakranielle Blutungen, Verletzungen).

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Das Wichtigste auf einen Blick

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