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Intraretinale Flüssigkeit

Intraretinale Flüssigkeit

ICD-10:   H35.3   Degeneration der Makula und des hinteren Poles

Intraretinale Flüssigkeit bezeichnet ein Ödem, also eine   Flüssigkeitsansammlung, in der Netzhaut des Auges. Ist die Stelle des   schärfen Sehens (Makula) betroffen, spricht man von einem Makulaödem. Es   führt meist zu einer Sehverschlechterung oder Verschwommenem Sehen. Die Behandlung richtet sich nach   der Ursache, Lokalisation und Ausprägung des Netzhautödem.

Das Wichtigste auf einen Blick

Definition

Intraretinale Flüssigkeitsansammlung

Ursachen

Operation, Entzündung, Diabetes mellitus, Altersbedingte Makuladegeneration

Symptome

Sehverschlechterung, Metamorphopsien

Diagnostik

Spaltlampenuntersuchung, OCT, FAG

Therapie

Je nach Ursache (Kortikosteroide, VEGF Inhibitoren, NSAR, Karboanhydrasehemmer)

Prognose

Abhängig von Ursache

Intraretinale Flüssigkeit - Definition

Intraretinale Flüssigkeit bezeichnet die Ansammlung von extazellulärer   Flüssigkeit (Ödem) im Bereich der Netzhaut (Retina) des Auges.

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Intraretinale Flüssigkeit - Symptome

Intraretinale Flüssigkeit führt   zunächst zu verschwommenem oder trübem Sehen. Hiervon ist meist das Zentrum   des Gesichtsfeldes betroffen. Auch das Farbensehen kann reduziert sein und   Betroffene können über ein verzerrtes Bild (Metamorphopsien) klagen.   Mikropsie (kleinere Wahrnehmung von Gegenständen) ist ein weiteres mögliches   Symptom, dass im Zusammenhang mit intraretinaler Flüssigkeit auftreten kann.


  • Sehverschlechterung

  • Verzerrtes   Sehen (Metamorphopsien)

  • Veränderungen   im Farbensehen

  • Mikropsie

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Metamorphopsien im Amslergitter in Folge von intraretinaler Flüssigkeit

Intraretinale Flüssigkeit – Ursachen & Risikofaktoren

Diabetes mellitus

Bei Patienten mit   einer bestehenden Blutzuckerkrankheit kommt es aufgrund der Vaskulopathie zu   Leckagen und sogenannten „diabetischen Makulaödemen“ (DMÖ). Bei längerem   Bestehen kommt es zusätzlich zu harten Exudaten und Lipoproteinablagerungen.


Vasoaktive Wirkstoffe

Eine seltene   Nebenwirkung vasoaktiver Stoffe (Epinephrin, Phenylephrin, Clonidin) ist die Bildung   intraretinaler Flüssigkeit.


Uveitis

Infolge einer Uveitis   intermedia (v.a. pars planitis) kann es zu einer Entstehung intraretinaler   Flüssigkeit kommen. Hierfür werden Zytokine (Interferon Gamma, Interleukin 2,   Interleukin 10, TNF alpha) verantwortlich gemacht.


Retinitis pigmentosa

Bei Patienten, die   unter einer Retinopathia pigmentosa leiden, kann es zur Entwicklung intraretinaler   Flüssigkeit kommen. Die genaue Ursache hierbei ist allerdings noch nicht   geklärt. So könnte es einerseits, wie bei anderen Ursachen durch   Flüssigkeitseinstrom entstehen, andererseits kann auch eine Schwäche der   Netzhaut-stabilisierenden Strukturen verantwortlich sein.


Irvine Gass

Als Irvine Gass   Syndrom wird ein postoperativer entzündlicher Prozess bezeichnet, der   insbesondere nach der Operation des Grauen Stars auftritt. Meistens kommt es   innerhalb von einem halben Jahr zu einer vollständigen Resorption.


Venenverschluss

In Folge von   (Ast-)Venenverschlüssen kommt es oft ebenfalls oft zur Bildung intraretinaler   Flüssigkeit. Diese spricht jedoch in der Regel gut auf VEGF-Inhibitoren an.


Vitamin B3/ Nikotinsäure

Ab einer Dosierung von   über 1.5-5g/ Tag kann es zu Auswirkungen auf die Augen (Netzhautödeme,   Makulopathie, Sehverschlechterung) kommen. Dies ist dosisabhängig und   reversibel.


Operative Eingriffe

Unterschiedliche   operative Eingriffe können ebenfalls zu einer postoperativen Entzündung und   einer erhöhten retinalen Durchblutung führen. Demnach sollte ein bestehendes   zystoides Makulaödem stets vor folgenden Eingriffen behandelt werden:


  • Katarakt   Operation

  • Glaukom   Operationen

  • Pars   plana Vitrektomie

  • Laser   Koagulation

  • Kryopexie

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Intraretinale Flüssigkeit - Diagnostik

Mithilfe einer gründlichen Anamnese können meist die Ursachen intraretinaler Flüssigkeit eruiert   werden. Bei Bedarf kann eine zusätzliche Abklärung durch andere Fachgebiete   oder ein Laborbefund weitere Informationen über die Genese bieten.


Meistens bemerken die   Betroffenen eine verschwommene Sicht. Aber auch zentrale Gesichtsausfälle,   verzerrtes Sehen oder verstärkte Lichtempfindlichkeit sind bekannte Symptome.


Spaltlampenuntersuchung

Mikroskopisch kann der   Augenarzt im Rahmen der Untersuchung oft eine Aufhebung der fovealen   Depression oder eine Verdickung der Netzhaut im betroffenen Gebiet feststellen.


Optische Kohärenztomographie (OCT)

In der optischen Kohärenztomographie   zeigt sich eine Verdickung der Netzhaut. Außerdem kommt es zu zystoiden   Veränderungen (zirkuläre Hyperfluoreszenzen) in der inneren und äußeren   Körnerschicht der Netzhaut.


Fluoreszenzangiographie (FAG)

Oft ist intraretinale   Flüssigkeit mit einer hyperreflektierenden Diffusion und Leckagen in der   Spätphase assoziiert. Dies präsentiert sich oft in petaloider   (blütenförmiger) Form. Die Fluoreszenzangiographie stellt immer noch den   Goldstandard der Diagnose eines zystischen Makulaödems dar. Für   Verlaufskontrollen ist jedoch die meist einfach verfügbare eine optische   Kohärenztomographie zu bevorzugen.

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Intraretinale Flüssigkeit - Therapie

Intraretinale Flüssigkeit ist   oft selbst-limitierend und resorbieren sich innerhalb einiger Monate   selbstständig. In Abhängigkeit der zugrundeliegenden Ursache und bei   chronischen Ödemen kann eine zusätzliche medikamentöse oder operative   Therapie erwogen werden. Auch die Lokalisation des Ödems (z.B. klinisch   signifikantes Makulaödem) spielt für die Entscheidung der geeignet   Therapiemaßnahmen eine wichtige Rolle.


Kortikosteroide

Kortikosteroide können   lokal, systemisch, intravitreale oder auch in Form von Implantaten angewendet   werden. Durch die Blockade von Phospholipase A2 führen Sie zu einer   Inhibition der Prostaglandin- und Leukotrienproduktion. Bei der   intravitrealen Anwendung kommt zusätzlich zu einer verminderten VEGF   Produktion. Zu den Nebenwirkungen einer Behandlung mit Kortikosteroiden   gehören insbesondere Augendruckerhöhung und eine frühzeitige Entwicklung   eines grauen Stars. Aus diesem Grund müssen regelmäßige Augendruckkontrollen   im Rahmen der Therapie erfolgen.


VEGF-Inhibitoren

VEGF Inhibitoren führen   zu einer Hemmung des Gefäßwachstums und des Flüssigkeitsaustritt aus   krankhaften Blutgefäßen. Es handelt sich dabei um spezielle Antikörper, die   durch eine gezielte Blockade des Wachstumsfaktors zu einer Abdichtung oder   Rückbildung der krankhaften Blutgefäße führen. Hiermit kann oft eine   Verlangsamung des Krankheitsverlaufes erreicht werden. Im Rahmen einer   ambulanten Behandlung wird das Medikament dabei direkt in das Auge gespritzt.   In der Regel müssen die Injektionen im Abstand von einigen Monaten wiederholt   werden.


NSAR
Durch Inhibition der Cyclooxygenase (COX) wird die Produktion von   Prostaglandinen gehemmt. NSAR werden insbesondere zur Behandlung von   postoperativen Netzhautödemen angewendet.


Karboanhydraseinhibitoren

Karboanhydraseinhibitoren   führen zu einer Veränderung der Polarität der Ionentransportsysteme des   retinalen Pigmentepithels und transportieren somit Flüssigkeit aus der   Netzhaut. Sie werden insbesondere bei Medikamenteninduzierten Ödemen   (Paclitaxel = „Taxol“, Docetaxel = “Taxotere“) und bei Ödemen in Folge einer   Retinitis Pigmentosa verwendet.

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Intraretinale Flüssigkeit - Prognose

Oftmals kann sich intraretinale Flüssigkeit innerhalb einiger Monate   wieder vollständig resorbieren. Je nach Ursache können unterschiedliche   Therapieansätze oder Operationsmöglichkeit die Heilung begünstigen. Bei   länger andauernden Netzhautschwellungen kann es jedoch zu bleibenden   Schädigungen der Netzhaut und der Photorezeptoren kommen, die in weiterer   Folge zu Atrophien oder Fibrosierung (=“Vernarbung) der Netzhaut kommen.

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