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Image by Giammarco Boscaro

Epiretinale Membran

Epiretinale Membran

Autor:

ICD-10:   H35.38   Sonstige Degeneration der Makula und des hinteren Poles

Bei epiretinale Membranen (auch Makula Pucker genannt) kommt es zur Bildung einer dünnen Membran an der Netzhautoberfläche. Diese kann zu Verziehungen und Verdickung der Netzhaut führen. Dies führt zu einer Sehverschlechterung sowie zu einem verzerrten Sehen (Metamorphopsien). Im Rahmen einer Operation (Vitrektomie + „Membran-Peeling“) kann diese dünne Haut entfernt werden. Allerdings muss vor einer Operation stets eine Abwägung des Nutzens im Vergleich zum Operationsrisiko erfolgen.

Bei einer epiretinale Membran kommt es zu einer dünnen Membran über der Netzhaut, die die Sehkraft verschlechtert.

Das Wichtigste auf einen Blick

Das Wichtigste auf einen Blick

Ursachen

Bildung einer dünnen Membran auf der Netzhaut

Symptome

Verzerrtsehen, Sehverschlechterung, Doppelbilder

Diagnostik

Spaltlampenuntersuchung, OCT

Therapie

Observanz, Vitrektomie + „Membran-Peeling“

Epiretinale Membran - Definition

Eine epiretinale Membran ist eine dünne, fibrozelluläre Haut, auf der Oberfläche der Netzhaut. Durch Kontraktion der Membran kommt es zu Fältelung der Netzhaut, Anhebung und Obstruktion.


Man unterscheidet eine idiopathische von einer sekundären Form.


Idiopathische epiretinale Membran

Hierbei liegt keine eindeutige Ursache vor, die Beschwerden sind meist geringer etwa 10% der Fälle treten beidseitig auf.


Sekundäre epiretinale Membran

Hierbei kommt es in folge von Netzhautoperationen, Rissen, Lasertherapien, Entzündung oder Verletzungen zur Entstehung einer epiretinalen Membran.

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Epiretinale Membran - Symptome

Bei einer epiretinalen Membran kommt es aufgrund der gebildeten Gliose zu einer Verziehung der Netzhautoberfläche. Die meisten Betroffenen sind beschwerdefrei. Von manchen Betroffenen wird dies jedoch als eine verschommenes oder verzerrtes Sehen (Metamorphopsien) wahrgenommen. Außerdem kann es zu einseitigen Doppelbildern oder einem verkleinerten Bild kommen.


Oft beschreiben Betroffene ihre Sehverschlechterung, als würden Sie durch eine Plastikfolie hindurchblicken.


  • Verschwommensehen

  • Verzerrtes Sehen (Metamorphopsien)

  • Doppelbilder

  • Ungleiche Bildgröße (Aniseikonie)

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Epiretinale Membran – Ursachen & Risikofaktoren

Die genaue Ursache für die Entstehung einer epiretinalen Membran ist noch nicht vollständig geklärt.


Die epiretinale Membran entsteht am Übergang der Netzhaut zum Glaskörper. Vermutlich wandern Zellen aus der Netzhaut an die Oberfläche und entwickeln dort mit den Glaskörperfasern eine Membran. 


Oft entsteht eine epiretinale Membran ohne andere Augenerkrankung. Allerdings hat sich gezeigt, dass diese gehäuft mit anderen Erkrankungen auftritt. 


Zu den Risikofaktoren für die Entstehung einer epiretinalen Membran gehören unter anderem: 

  • Netzhautablösung

  • Chronische entzündliche Erkrankungen (Uveitis, Gefäßverschlüsse)

  • Diabetische Retinopathie

  • Okuläre Verletzungen

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Epiretinale Membran - Diagnostik

Meist kann bereits im Rahmen der Untersuchung durch den Augenarzt sowie anhand der beschriebenen Beschwerden der Verdacht auf eine epiretinale Membran geäußert werden. Eine zusätzliche Untersuchung mit einer OCT Untersuchung kann diesen in der Regel bestätigen.


Funduskopie

Im Ramen der Spaltlampenuntersuchung zeigt sich im Bereich der Makula oft zunächst ein zartes Glitzern. Die epiretinale Membran ist oft als unregelmäßige, dünne, durchsichtige Schicht zu sehen. Diese lässt sich oft im rotfreien Licht besser erkennen. Mit voranschreiten der epiretinalen Membran, kann es zu Verziehung der Blutgefäßen sowie Faltenbildung der Netzhaut kommen. Auch ein Pseudoforamen sowie kleine Blutungen können in weiterer Folge auftreten. 


Amsler-Gitter

Im Amsler-Gitter-Test bemerken die Betroffenen oft Verzerrungen. Gerade Linien werden als gewellt wahrgenommen.


Optische Kohärenztomographie (OCT)

Eine epiretinale Membran zeigt sich in der optischen Kohärenztomographie als hyperreflektierende Struktur auf der Innenseite der Netzhaut. Mit Voranschreiten der Erkrankung kann es zu einer Aufhebung der fovealen Senkung sowie zu Unregelmäßigkeiten der Netzhautoberfläche kommen.


Im Netzhaut-Mapping zeigt sich ebenfalls eine Verdickung. Auch in der en-face-OCT kann sich eine Faltenbildung zeigen.

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Epiretinale Membran - Therapie

Eine Behandlung ist oft nicht notwendig. Insbesonere bei schwach ausgeprägten epiretinalen Membranen, die nicht weiter voranschreiten kann eine regelmäßige Kontrolle ausreichend sein.


Bei ausgeprägten Befunden oder schnell voranschreitenden Fällen kann eine operative Entfernung des Glaskörpers sowie Peeling der Membran notwendig sein.


Membran-Peeling

Die Operation erfolgt in Allgemeinanästhesie oder in Lokalanästhesie. Zunächst werden drei kleine Zugänge gestochen und anschlie0end der Glaskörper (Corpus vitreum) entfernt. Anschließend wird die epiretinale Membran zunächst angefärbt und dann mit einer feinen Pinzette abgezogen. Zusätzlich wird die darunter liegende Membrana limitans interna (ILM) ebenfalls abgezogen. Dies hat sich in der Vergangenheit als positiv für das langfristige Ergebnis der Operation bewährt. Schließlich wird noch Luft oder Gas in das Auge appliziert. Dieses löst sich innerhalb einiger Tage selbstständig wieder auf.Die Zugänge verheilen meist auch ohne Setzen von Nähten.


Das Sehen bessert sich meist innerhalb einiger Tage. Allerdings ist ein endgültiges Ergebnis erst nach etwa 3-6 Monaten zu erwarten. Ziel der Operation ist in der Regel ein Voranschreiten und eine weitere Sehverschlechterung zu verhindern. Allerdings kommt es oft zu einer Verbesserung des verzerrten Sehens (Metamorphopsien).


Eine häufige Nebenwirkung der Operation ist eine frühzeitige Linsentrübung (Grauer Star), die innerhalb von Monaten bis Jahren nach der Operation eintreten kann. Daher wird oft gleichzeitig mit einem Membranpeeling auch die Linse ausgetauscht.

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Rechtshinweis: Diese Seite enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung verwendet werden. Sie kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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