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Epiretinale Gliose

Epiretinale Gliose

ICD-10:   H35.38   Sonstige Degeneration der Makula und des hinteren Poles

Bei epiretinale Gliosen   (auch Makula Pucker genannt) kommt es zur Bildung einer dünnen Membran an der   Netzhautoberfläche. Diese kann zu Verziehungen und Verdickung der Netzhaut   und somit zu einer Sehverschlechterung sowie zu verzerrtem Sehen   (Metamorphopsien) führen.


Im Rahmen einer   Operation (Vitrektomie + „Membran-Peeling“) kann diese dünne Haut entfernt   werden. Allerdings muss vor einer Operation stets eine Abwägung des Nutzens   im Vergleich zum Operationsrisiko erfolgen.

Bei einer epiretinale Gliose bestehteine dünnen Membran über der Netzhaut, die die Sehkraft verschlechtert.

Das Wichtigste auf einen Blick

Definition

Entwicklung einer dünnen Gliose auf der Netzhaut

Ursachen

Altersbedingt, Verletzungen, Entzündungen

Symptome

Verzerrtsehen, Sehverschlechterung, Doppelbilder

Diagnostik

Spaltlampenuntersuchung, OCT

Therapie

Observanz, Vitrektomie + „Membran-Peeling“

Epiretinale Gliose - Definition

Eine epiretinale Gliose ist   eine dünne, fibrozelluläre Haut, auf der Oberfläche der Netzhaut. Durch   Kontraktion der Membran kommt es zu Fältelung der Netzhaut, Anhebung und   Obstruktion.


Man unterscheidet eine idiopathische von einer sekundären Form.


Idiopathische   epiretinale Gliose

Hierbei liegt keine eindeutige Ursache vor, die Beschwerden sind meist   geringer etwa 10% der Fälle treten beidseitig auf.


Sekundäre epiretinale Gliose

Hierbei kommt es nach Netzhautoperationen, Rissen, Lasertherapien,   Entzündung oder Verletzungen zur Entstehung einer epiretinalen Membran.

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Epiretinale Gliose - Symptome

Bei einer epiretinalen Gliose   kommt es aufgrund der gebildeten Membran zu einer Verziehung der   Netzhautoberfläche. Die meisten Betroffenen bemerken jedoch keine   Beschwerden. Von manchen Betroffenen wird dies jedoch als verschommenes oder   verzerrtes Sehen (Metamorphopsien) wahrgenommen. Außerdem kann es zu   einseitigen Doppelbildern oder einem verkleinerten Bild kommen.


Oft beschreiben   Betroffene ihre Sehverschlechterung, als würden Sie durch eine Plastikfolie   hindurchblicken.

  • Verschwommensehen

  • Verzerrtes   Sehen (Metamorphopsien)

  • Doppelbilder

  • Ungleiche   Bildgröße (Aniseikonie)

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Epiretinale Gliose – Ursachen & Risikofaktoren

Die genaue Ursache für die Entstehung einer epiretinalen Gliose ist noch nicht   vollständig geklärt.


Die epiretinale Gliose   entsteht am Übergang der Netzhaut zum Glaskörper. Vermutlich wandern Zellen   aus der Netzhaut an die Oberfläche und entwickeln dort mit den   Glaskörperfasern eine Membran.


Obwohl eine epiretinale   Gliose oft gemeinsam mit anderen Erkrankungen auftritt, besteht diese oft ohne   andere Augenerkrankungen.


Zu den Risikofaktoren   für die Entstehung einer epiretinalen Gliose gehören unter anderem:

  • Netzhautablösung

  • Chronische   entzündliche Erkrankungen (Uveitis, Gefäßverschlüsse)

  • Diabetische   Retinopathie

  • Okuläre   Verletzungen

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Epiretinale Gliose - Diagnostik

Meist kann bereits im Rahmen der Untersuchung durch den Augenarzt sowie   anhand der beschriebenen Beschwerden der Verdacht auf eine epiretinale Gliose geäußert werden. Eine   zusätzliche Untersuchung mit einer OCT Untersuchung kann diesen in der Regel   bestätigen.


Funduskopie

Im Rahmen der   Spaltlampenuntersuchung zeigt sich im Bereich der Makula oft zunächst ein   zartes Glitzern. Die epiretinale Gliose ist oft als unregelmäßige, dünne,   durchsichtige Schicht zu sehen. Diese lässt sich oft im rotfreien Licht   besser erkennen. Mit Fortschreiten der epiretinalen Gliose, kann es zu   Verziehung der Blutgefäßen sowie Faltenbildung der Netzhaut kommen. Auch ein   Pseudoforamen sowie kleine Blutungen können in weiterer Folge auftreten.


Amsler-Gitter

Im Amsler-Gitter-Test   bemerken die Betroffenen oft Verzerrungen. Gerade Linien werden als gewellt   wahrgenommen.


Optische Kohärenztomographie (OCT)

Eine epiretinale Gliose   zeigt sich in der optischen Kohärenztomographie als hyperreflektierende   Struktur auf der Innenseite der Netzhaut. Mit Voranschreiten der Erkrankung   kann es zu einer Aufhebung der fovealen Senkung sowie zu Unregelmäßigkeiten   der Netzhautoberfläche kommen.


Im Netzhaut-Mapping   zeigt sich ebenfalls eine Verdickung. Auch in der en-face-OCT kann sich eine   Faltenbildung zeigen.

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Epiretinale Gliose - Therapie

Eine Behandlung ist oft nicht   notwendig. Insbesondere bei schwach ausgeprägten epiretinalen Gliosen, die stabil   sind, kann eine regelmäßige Kontrolle ausreichend sein.


Bei ausgeprägten   Befunden oder schnell voranschreitenden Fällen kann eine operative Entfernung   des Glaskörpers sowie Peeling der Membran notwendig sein.


Membran-Peeling

Die Operation erfolgt   in Allgemeinanästhesie oder in Lokalanästhesie. Zunächst werden drei kleine   Zugänge gestochen und anschließend der Glaskörper (Corpus vitreum) entfernt.   Anschließend wird die epiretinale Gliose zunächst angefärbt und dann mit   einer feinen Pinzette abgezogen. Zusätzlich wird die darunter liegende   Membrana limitans interna (ILM) ebenfalls abgezogen. Dies hat sich in der   Vergangenheit als positiv für das langfristige Ergebnis der Operation   bewährt. Schließlich wird noch Luft oder Gas in das Auge appliziert. Diese   lösen sich innerhalb einiger Tage selbstständig wieder auf. Die Zugänge   verheilen meist auch ohne Setzen von Nähten.


Das Sehen bessert sich   meist innerhalb einiger Tage. Allerdings ist ein endgültiges Ergebnis erst   nach etwa 3-6 Monaten zu erwarten. Ziel der Operation ist in der Regel ein   Voranschreiten und eine weitere Sehverschlechterung zu verhindern. Allerdings   kommt es oft zu einer Verbesserung des verzerrten Sehens (Metamorphopsien).


Eine häufige   Nebenwirkung der Operation ist eine frühzeitige Linsentrübung (Grauer Star),   die innerhalb von Monaten bis Jahren nach der Operation eintreten kann. Daher   wird oft gleichzeitig mit einem Membranpeeling auch die Linse ausgetauscht.

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