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Astigmatismus

Astigmatismus (Hornhautverkrümmung)

ICD-10:   H52.2   Astigmatismus

Astigmatismus oder Stabsichtigkeit ist eine Form von Fehlsichtigkeit, bei der Betroffene in allen Entfernungen unscharf sehen. Die Ursache dafür ist, dass unterschiedliche Brechkraft der Hornhaut oder Linse in verschiedenen Achsen. So kann das einfallende Licht nicht in einem einzelnen Punkt auf der Netzhaut gebündelt werden. 


Ein Astigmatismus tritt alleine oder in Kombination mit anderen Fehlsichtigkeiten (Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit) auf.


Mithilfe von speziellen Brillen, Kontaktlinsen oder Operationen kann ein Astigmatismus in der Regel gut ausgeglichen werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

Definition

Brechungsfehler des Auges

Ursachen

Hornhautverkrümmung, Verletzungen, Operationen, Linsenastigmatismus

Symptome

Verzerrtes/ Verschwommenes Sehen in allen Distanzen

Diagnostik

Strahlenfigur nach Snellen, Spaltlampenuntersuchung, Refraktionsbestimmung, Keratometer, Hornhauttopographie

Therapie

Brille, Kontaktlinse, Refraktive Chirurgie (z.B. Laser)

Astigmatismus - Definition

Sehen mit Astigmatismus, Stabsichtigkeit, Hornhautverkrümmung, Beispiel, Erklärung

Unter Astigmatismus („a“ = „nicht“, „stigma“ = „Punkt“), auch als Stabsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung bezeichnet, versteht man eine Form von Fehlsichtigkeit. Hierbei kann das einfallende Licht aufgrund eines Brechungsfehlers des Auges nicht in einem Punkt fokussiert werden und es wird eine Brennlinie gebildet. Parallel einfallende Lichtstrahlen, werden abhängig von ihrer Einfallsebene unterschiedlich stark gebrochen.

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Astigmatismus – Optische Grundlagen

Astigmatismus, Hornhautverkrümmung, Stabsichtigkeit, Hornhaut Verkrümmung, Physikalische Grundlagen, Torische Linse, Augen, Brille

Bei einer sphärischen Linse werden die einfallenden Lichtstrahlen in einem Brennpunkt fokussiert und gebündelt. Somit entsteht ein scharfes Bild auf der Netzhaut. Eine sphärische Linse mit einer Brechkraft von 1 Dioptrie erzeugt ein scharfes Bild in 1 Meter Entfernung.


Bei einem Astigmatismus ist die Brechkraft jedoch nicht in jeder Achse gleich. Das bedeutet, dass die Linse in unterschiedlichen Achsen einfallendes Licht unterschiedlich stark bricht. Es entsteht folglich kein Brennpunkt, sondern zwei Brennlinien. Eine Linse, die beispielsweise bei 90° eine Brechkraft von 1 Dioptrien hat und bei 180° eine Brechkraft von 3 Dioptrien hat erzeugt zwei unterschiedliche Brennlinien. Eine im Abstand von 1 Meter (senkrecht zur 1 Dioptrie Achse) und eine zweite im Abstand von 33 Zentimeter (senkrecht zur 3 Dioptrie Achse).


Zwischen den beiden Linien ist ein Bereich in welchem das Bild entsteht. Dieses ist allerdings unscharf. Je kleiner der Abstand zwischen den beiden Brennlinien, umso geringer ist der Astigmatismus.


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Astigmatismus - Einteilung

Man unterscheidet folgende Arten von Astigmatismus:


Regulärer Astigmatismus 

Bei einem regulären Astigmatismus stehen die maximal-brechende und minimal-brechende Ebene senkrecht in einem Winkel von 90° zueinander.


Astigmatismus rectus - „mit der Regel“ 

Hierbei liegt die Achse mit der höchsten Brechkraft bei etwa 90° (+/- 15°) und die Achse der niedrigsten Brechkraft bei etwa 180° (+/- 10°)


Astigmatismus inversus „gegen die Regel“

Hierbei liegt die Achse mit der höchsten Brechkraft bei etwa 90° (+/- 15°) und die Achse der niedrigsten Brechkraft bei etwa 180° (+/- 10°)


Astigmatismus obliquus

Jede Form von regulärem Astigmatismus, die nicht einer der oben genannten Formen entspricht.


Irregulärer Astigmatismus 

Bei einem irregulären Astigmatismus stehen die maximal-brechende und minimal-brechende Ebene nicht senkrecht Ebene senkrecht in einem Winkel ungleich 90° zueinander.

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Astigmatismus - Symptome

Sehen mit Astigmatismus, Stabsichtigkeit, Hornhautverkrümmung, Beispiel, Erklärung

Da ein Astigmatismus nicht durch das Auge (bzw. die Akkommodation) ausgeglichen werden kann, kommt es bei den Betroffenen in allen Distanzen zu einem unscharfen Bild.


Leichte Formen von Astigmatismus werden meist von den Betroffenen nicht bemerkt. Ein stärkerer Astigmatismus führt jedoch dazu, dass Gegenstände verzerrt oder verschwommen aussehen. Oft beschreiben die Betroffenen, dass sie Punkte oder Lichtquellen als Striche wahrnehmen. Daher kommt auch der Begriff Stabsichtigkeit. 


In der Regel verändert sich ein Astigmatismus im Laufe der Zeit nicht. Das bedeutet, dass es nicht zu einem Voranschreiten im Laufe der Zeit kommt. 


Zusätzlich können Beschwerden wie schnelle Ermüdung, Kopfschmerzen oder brennende Augen auftreten. Außerdem ist es möglich, dass neben einem Astigmatismus auch andere Fehlsichtigkeiten bestehen (Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit). 


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Astigmatismus – Ursachen & Risikofaktoren

Ein Astigmatismus kann unterschiedliche Ursachen haben. Meistens wird ein Astigmatismus durch Unregelmäßigkeiten in der Hornhautoberfläche ausgelöst. Aber auch Veränderungen der Linsen können zu einem „Linsenastigmatismus“ führen. 


Angeborene Hornhautverkrümmung

Die häufigste Ursache für einen Astigmatismus ist eine von Geburt an bestehende Hornhautverkrümmung. Bei fast allen Personen kann ein leichter Astigmatismus festgestellt werden. In den meisten Fällen wird er jedoch nicht als störend empfunden. Eine besondere Form des Astigmatismus ist der „Keratoglobus“ bei dem eine Ausdünnung der Hornhaut zu einer Vorwölbung führt.


Narben

Nach Operationen, Verletzungen, Entzündungen oder Krankheiten können Narben auf der Oberfläche der Hornhaut entstehen. Diese können zu einer unregelmäßigen Krümmung oder Lichtbrechung führen und einen Hornhautastigmatismus verursachen.


Linse

Nicht nur die Hornhaut, sondern auch die Linse kann zu einem Astigmatismus führen. Ein Linsenastigmatismus kann entweder durch eine unterschiedliche Akkommodation aufgrund unterschiedlich starker Kontraktion der Ziliarmuskeln ausgelöst oder durch die angeborene Verformung der Linse verursacht werden.


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Astigmatismus - Diagnostik

Sowohl ein Augenarzt als auch ein Optiker können im Rahmen der Untersuchung eine Hornhautverkrümmung feststellen.  Hierfür bieten sich unterschiedliche Untersuchungsmethoden an. Je nach Methode kann eine unterschiedliche genaue Messung erfolgen. 


Astigmatismus Selbsttest

Mithilfe der Strahlenfigur nach Snellen oder einem Astigmatismus-Sonnenrad kann man selbstständig überprüfen, ob ein Astigmatismus besteht. Hierzu betrachtet man das Zentrum der Strahlen mit einem Auge. Dabei sollten alle Strahlen dieselbe Dicke und den gleichen Abstand haben. Ist dies nicht der Fall oder erscheinen Strahlen in einer Achse als unscharf, so könnte ein Astigmatismus bestehen und es empfiehlt sich eine weitere Abklärung durch einen Augenarzt.


Subjektive Refraktion

Bei der Bestimmung der subjektiven Refraktion Werden dem Patienten so lange Linsen in unterschiedlicher Stärke angeboten, bis diese zu keiner Verbesserung des Sehens mehr führen. Mithilfe eines sogenannten Kreuz-Zylinders (= Jackson-Kreuzzylinder) kann dabei auch ein vorliegender Astigmatismus bestimmt und korrigiert werden.  


Objektive Refraktion

Verfahren zur Bestimmung der objektiven Refraktion können durch die Projektion von Infrarotbildern auf den Augenhintergrund ebenfalls Aussagen über eine bestehende Hornhautverkrümmungen geben. Ein Kreuzzylinder besteht aus einer Linse, die auf einer kurzen Stange befestigt ist. Dabei hat eine Achse positive Dioptrienwerte (z.B. + 0,5 dpt) während die um 90° versetzte Achse negative Dioptrienwerte aufweist (z.B. -0,5 dpt). 


Ophthalmometer/ Keratometer

Ein auf Ophthalmometer der Keratometer ist ein Messgerät zur Bestimmung der Oberflächenkrümmung der Hornhaut. Hierbei anhand von Reflexbildern die Krümmung der Hornhaut beurteilt. Eine modernere Variante stellt des Videokeratometer dar. 


Hornhauttopografie

Mithilfe moderner Methoden ist es möglich, eine detailgenaue Analyse der Hornhaut durchzuführen. Hierfür können unterschiedliche Methoden (Scheimpflug Prinzip, Placidoscheibe, OCT) verwendet, um „Landkarten“ der Hornhaut zu erzeugen. Mit Hilfe mathematischer Methoden können so Daten wie die Krümmung, die Dicke oder auch die Brechkraft der Hornhaut Vorder- und Rückfläche berechnet und grafisch veranschaulicht werden. 

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Astigmatismus - Therapie

Ob und wie ein Astigmatismus behandelt werden kann, hängt insbesondere von der Art und Ausprägung des Astigmatismus ab. 


Bei sehr leichten Formen bemerken die Betroffenen oft keinerlei Beeinträchtigung und demnach ist keine Korrektur notwendig.  


Ein regulärer Astigmatismus kann mit sogenannten zylindrischen Linsen ausgeglichen werden. Diese bestehen aus einem torischen Glas und benötigen oft eine gewisse Zeit für die Eingewöhnung. Besteht gleichzeitig auch noch eine Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit, so können torische Gläser auch mit sphärischen Gläsern kombiniert werden. 


Spezielle sphärische Kontaktlinsen können zur Korrektur von gewissen Formen, eines regulären oder irregulären Astigmatismus angewendet werden. 


Für die dauerhafte Korrektur eines Astigmatismus besteht außerdem die Möglichkeit der „Refraktiven Chirurgie“. Unter diesem Begriff werden Operationen zusammengefasst, die die gesamt Brechkraft des Auges verändern. Insbesondere Laserverfahren, wie LASIK, LASEK, PRK oder Femtosekunden-Lentikel-Extraktion, eignen sich dabei zur Korrektur von Hornhautverkrümmungen. 


In manchen Ausnahmefällen besteht jedoch keine Möglichkeit zur Korrektur eines Astigmatismus. Dann besteht nur die Möglichkeit der Korrektur mit dem sogenannten sphärischen Äquivalent. Hierbei wird jedoch nicht der Astigmatismus, sondern die gesamt Brechkraft des Auges mit Hilfe von Brillengläsern oder Kontaktlinsen korrigiert und somit nicht immer eine vollständige Besserung erzielt.

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Astigmatismus - Gallerie

Das Wichtigste auf einen Blick

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