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Image by Giammarco Boscaro

Pterygium

Pterygium (Flügelfell)

Autor:

ICD-10:   H11.0   Pterygium

Ein Pterygium oder Flügelfell ist eine gutartige Wucherung der Bindehaut. Diese wird vermutlich durch eine erhöhte UV-Exposition ausgelöst. Kommt es zu Sehverschlechterung oder therapieresistenten Beschwerden kann eine operative Entfernung notwendig sein.

Das Wichtigste auf einen Blick

Das Wichtigste auf einen Blick

Ursachen

Bindehautwucherung

Symptome

Juckreiz, Rötung, voranschreitender Astigmatismus

Diagnostik

Blickdiagnose, Spaltlampenuntersuchung

Therapie

Operation

Prognose

Hohe Rezidivrate

Vorbeugung

Reduktion der UV Exposition

Pterygium - Definition

Als Pterygium conjunctivae oder Flügelfell (griechisch „pteryx“ = „Flügel“) bezeichnet man eine Wucherung der Bindehaut. Dieses tritt meist nasal auf und kann oft schon mit bloßem Auge gesehen werden. Dabei zeigt sich eine dreieckige weiße, leicht durchsichtige Falte, die über das Auge wächst.

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Pterygium Foto eines Flügelfells

Pterygium - Symptome

Die Beschwerden, die bei einem Pterygium auftreten können je nach Schweregrad variieren. Insbesondere im Anfangsstadium ist ein Pterygium oft symptomlos.


Mit zunehmendem Wachstum kommt es jedoch zu Reizung, Rötung und Juckreiz des Auges. Auch ein Fremdkörpergefühl kann bestehen. Diese Beschwerden sind oft auf eine Benetzungsstörung der Hornhaut zurückzuführen. Breitet sich das Pterygium weiter über die Hornhaut aus, so kann es eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) auslösen. Dies führt zu einem zunehmenden verzerrten oder auch verschwommenen Sehen. Durch eine Anpassung der Brille kann diese Sehverschlechterung oft (zumindest für kurze Zeit) ausgeglichen werden.

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Pterygium – Ursachen & Risikofaktoren

Obwohl die genaue Ursache für die Entstehung eines Pterygiums noch nicht vollständig geklärt ist, vermutet man einen Zusammenhang mit vermehrter Sonnenlicht- und UV-Licht Exposition. Insbesondere in südlichen trockenen Ländern kommt es gehäuft zum Auftreten eines Pterygiums.


Außerdem hat ein Pterygium eine sehr hohe Rezidivrate. Das bedeutet, das die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es auch nach Operation erneut zu einer Bindehautwucherung kommt. Dabei ist vermutlich nicht Sonnenlicht, sondern die Operation die Ursache für die Entstehung eines Pterygiums.


Ein Pterygium tritt besonders häufig bei Personen auf, welche viel Zeit im (sonnigen) Freien verbringen. Beispielsweise entwickelt ein hoher Anteil der Surfer im Laufe der Zeit ein Pterygium – „Surferauge“.

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Pterygium - Diagnostik

Die Diagnose eines Pterygiums kann oft schon mit freiem Auge, im Frühstadium mithilfe einer Untersuchung an der Spaltlampe, durch einen Augenarzt festgestellt werden. 

Im Rahmen der Untersuchung beim Augenarzt erfolgt meist eine Fotodokumentation, um den zeitlichen Verlauf festzuhalten. In weiterer Folge werden die Sehschärfe sowie die Refraktion und das Vorliegen einer Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) untersucht. 


In unklaren Fällen kann zur Diagnosesicherung nach der Operation des Pterygiums eine histologische Analyse durchgeführt werden.

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Pterygium - Therapie

Die Therapie hängt ebenfalls von der Ausprägung des Flügelfells ab.


Bestehen keine Beschwerden oder Einschränkungen so ist meist eine regelmäßige Kontrolle und Beobachtung das Mittel der Wahl.


Treten Beschwerden auf, so kann zunächst versucht werden durch eine Therapie (z.B. befeuchtende und/oder antientzündliche Augentropfen) eine Linderung der Beschwerden zu erzielen. 


Kommt es jedoch zu keiner Besserung der Beschwerden, besteht ein rasches Voranschreiten des Pterygiums oder ist bereits die optische Achse betroffen, kann das Pterygium durch eine chirurgische Entfernung im Rahmen einer Operation behandelt werden. Eine operative Entfernung sollte  nicht zu spät durchgeführt werden, da es durch höhergradige optische Irregularitäten und astigmatische Veränderungen im Zentrum der Hornhaut zu dauerhaften Sehverschlechterung kommen kann.


In Absprache mit ihrem Augenarzt wird das optimale Operationsverfahren ausgewählt.  Besonders bewährt hat sich in letzten Jahren die Entfernung des Flügelfells mit gleichzeitiger Transplantation eines autologen Transplantats (Bindehauttransplantat). Dabei wird ein Lappen aus eigenem Bindegewebe an die Stelle des entfernten Flügelfells gelegt und mit einem speziellem Kleber (Fibrin) oder Nähten fixiert.


Durch die Verwendung der eigenen Bindehaut Abstoßungsreaktionen vermieden werden und die Wahrscheinlichkeit für das Neuauftreten wird deutlich reduziert.

Nach der Operation kann eine adjuvante Therapie mit Tropfen zur Rezidivprophylaxe angewandt werden.

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Pterygium - Prognose

Auch nach der Operation besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Neubildung eines Pterygiums. Daher gibt es unterschiedliche adjuvante Therapieansätze, die ergänzend nach einer Operation eingesetzt werden. 


Anti-angiogene Therapie

Hierbei wir der Ansatz verfolgt, dass es zu einer ausgeprägten Bildung von Gefäßen bei einem Pterygium kommt. 


Antifibrotische Therapie (Antimetabolite)

Diese Therapie basiert darauf, dass ein Pterygium mit einer stark gesteigerten Proliferation von Gefäßendothelzellen  und Fibroblasten einhergeht. 


Anti-entzündlichen Therapie

Ein Pterygium geht mit einer erhöhten Aktivierung von proinflammatorischen Botenstoffen (z.B. Interleukin-1) einher. Daher soll eine anti-entzündliche Therapie ebenfalls vorbeugend wirken.

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Pterygium - Prävention

Da UV-Licht eine mögliche Ursache für die Entstehung eines Pterygiums sein kann, kann eine Vermeidung oder Reduktion von UV-Licht einem Pterygium vorbeugen.


Daher sollte beim Aufenthalt im Freien das Tragen einer Sonnenbrille mit entsprechendem UV-Schutz getragen werden. Um eine seitliche Sonneneinstrahlung zu vermeiden, sollten breite Seitenbügel gewählt werden. Menschen mit trockenen Augen sollten präventiv Tränenersatzmittel anwenden.

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Pterygium - Gallerie