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Bindehautentzündung

Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

ICD-10:   H10.-   undefined

Eine Bindehauentzündung (Konjunktivitis) ist die am häufigsten auftretende Augenerkrankung. Es handelt sich dabei um eine Infektion der äußersten Schicht der Augenoberfläche, der Bindehaut. Dabei kommt es zu Rötung und Schmerzen. Oft klagen die Betroffenen auch über einen verstärkten Juckreiz oder ein Fremdkörpergefühl. Ausgelöst kann eine Bindehautentzündung durch eine Vielzahl an Ursachen werden. Neben Viren und Bakterien kann auch eine Allergie, eine (Fremdkörper)Verletzung oder Trockenheit der Auslöser für eine Bindehautentzündung sein. Je nach Ursache kommen unterschiedliche Therapien zum Einsatz. Mehr über Diagnose und Therapie erfahren Sie hier!

Das Wichtigste auf einen Blick

Definition

Infektion der Bindehaut (Konjunktiva)

Ursachen

Bakterien, Viren, Allergien, Verletzungen, Trockenheit

Symptome

Rötung, Juckreiz, Fremdkörpergefühl, Schmerzen, Tränenlaufen, verklebte Augen, Lidschwellung

Therapie

nach Ursache, z.B. Antibiotika (Bakterien, Prophylaxe) , antiallergische Augentropfen (Viren) , befeuchtende Therapie (Trockenheit, Verletzung), evtl. zusätzlich kortison-haltige Augentropfen

Komplikation

Hornhautentzündung (Keratitis)

Vorbeugung

Hygienemaßnahmen (Händewaschen) einhalten!

Bindehautentzündung - Definition

Bindehautentzündung, Konjunktivitis, KE, Epidemica, Hyperämisiert,  rotes Auge, Augenentzündung

Eine Konjunktivitis ist eine Entzündung der Bindehaut (Konjunktiva)   des Auges. Diese kann durch Bakterien, Viren, aber auch infolge von   Verletzungen, Trockenheit oder medikamentöser Therapie auftreten.

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Bindehautentzündung - Symptome

Die Symptome bei   Bindehautentzündungen können stark variieren. Dabei hängen diese auch von der   Ursache der Bindehautentzündung ab. Zu den häufigsten Beschwerden zählen   Brennen, Juckreiz, Fremdkörpergefühl oder gerötete Augen. Zusätzlich kann   eine Konjunktivitis zu einem verstärkten Ausfluss (Sekretion) oder   Tränenlaufen führen. Dadurch kommt es auch zu einer leicht verschwommenen   Sicht oder zu Verklebungen der Wimpern, die insbesondere in der Früh   verstärkt auftreten. Manchmal kommt es zusätzlich zu einer Lidschwellung oder   einer Schwellung der Bindehaut (Chemosis). Eine Bindehautentzündung kann   entweder ein Auge oder beide Augen betreffen. Eine ansteckende   Bindehautentzündung beginnt einseitig und tritt nach wenigen Tagen   Verzögerung auch auf der anderen Seite auf.


In der folgenden Übersicht finden Sie eine detailliertere Übersicht   über die spezifischen Symptome der unterschiedlichen Formen einer   Bindehautentzündung.


Bakterielle   Bindehautentzündung

  • weiß, grün oder gelb(-eitrig) Sekret

  • breitet sich nach einigen Tagen auf das zweite   Auge aus


Virale   Bindehautentzündung

  • wässriges (seröses) Sekret

  • Reizung (Irritation), Rötung, Juckreiz,   Fremdkörpergefühl

  • breitet sich nach einigen Tagen auf das zweite   Auge aus

  • Gelegentlich in Kombination mit systemischen   Virusinfektionen (wie Masern, Mumps, Windpocken, Röteln)


Allergische   Bindehautentzündung

  • starker Juckreiz, Brennen, wässriges oder   fadenziehendes Sekret

  • beidseitig

  • saisonbedingt

  • bei Hornhautbeteiligung (Keratokonjunktivitis   vernalis)


Sonderformen

  • UV bedingte   Konjunktivitis - Lichtempfindlichkeit, Schmerzen

  • Fremdkörper bedingt   (Staub, Rauch) – störendes, reibendes Gefühl

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Bindehautentzündung – Ursachen & Risikofaktoren

Generell können Bindehautentündungen in zwei unterschiedliche Kategorien   unterteilt werden. Dabei unterteilt man die Erkrankung nach ihrem Auslöser in   infektiöse und nicht-infektiöse Entzündungen.


Infektiöse Bindehautentzündung

Sie wird durch   Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten verursacht. Diese Form von   Bindehautentzündung ist ansteckend.


Nicht-Infektiöse Bindehautentzündung

Hierzu zählen alle   Fälle von Konjunktivitis, die nicht durch Krankheitserreger ausgelöst werden.   Dazu gehören beispielsweise Allergien oder Reizungen der Augenoberfläche (z.   B. durch UV-Licht, ungeschützte Schweißarbeiten, Staub, Fremdkörper,   Chemikalien), aber auch Trockenheit des Auges oder Bindehautentzündungen die   in Folge anderer Erkrankungen auftreten.

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Bindehautentzündung - Diagnostik

Besteht der Verdacht auf eine Konjunktivitis ist eine Abklärung durch den   Augenarzt notwendig. Dieser wird im einem detaillierten Anamnesegespräch ihre   Krankheitsgeschichte erheben. Insbesondere der Beginn und die Dauer ihrer   Beschwerden, aber auch ihre genauen Beschwerden und bestehende   Grunderkrankungen (Blutzuckerkrankheit, Allergien, etc.) werden bei der   Anamnese erhoben. Anhand dieser Informationen kann der Augenarzt mögliche   Ursachen bereits näher eingrenzen.


Weiters wird der   Augenarzt ihre Augen unter einem speziellen Mikroskop, der Spaltlampe,   untersuchen. Dabei kann der Arzt das Auge auf Symptome einer   Bindehautentzündung untersuchen sowie eine Hornhautbeteiligung ausschließen.   Dabei wird er zusätzlich Ihre Augenlider umstülpen (Ektropionieren), um so   die Innenseite der Augenlider zu untersuchen und einen Fremdkörper   auszuschließen.

Liegt der Verdacht auf   eine unzureichende Befeuchtung der Augen vor, kann ein Schirmer Test   durchgeführt werden. Dabei wird ein Filterpapierstreifen in die   Bindehautsäcke eingehängt und somit die Tränensekretion bestimmt.


Nur in seltenen Fällen   ist ein Bindehautabstrich notwendig. Dieser wird durchgeführt um   festzustellen ob und welche Erreger die Ursache für die Entzündung der   Bindehaut sind.

Bei Verdacht auf eine   allergische Bindehautentzündung ist zusätzlich ein Allergietest notwendig um   bei unbekannter Ursache einen Auslöser zu finden.

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Bindehautentzündung - Therapie

Die Behandlung einer Bindehautentzündung ist abhängig von ihrer Ursache.   Diese werden jeweils mit befeuchtenden, abschwellenden, antientzündlichen, antibakteriellen oder   antiallergischen Tropfen oder Salben eingesetzt.


Eine Therapie sollte   immer in Rücksprache mit einem Augenarzt erfolgen, um bleibende Schädigungen   des Auges zu verhindern.


Bakterielle Bindehautentzündung – Therapie

Eine bakterielle   Konjunktivitis wird durch eine Therapie mit Antibiotika (Makrolide,   Chloramphenicol, Aminoglykoside, Fluorchinolone) behandelt. Dabei werden   meist Salben und Tropfen angewendet, welche Antibiotika beinhalten. Zu Beginn   wird meist auf eine hochdosierte Monotherapie (5xtgl für 1 Woche)   zurückgegriffen. Dadurch kommt es zu einem Überschwemmen mit Wirkstoff und   das Bakterium kann trotz seinem „efflux pump“ das Antibiotikum nicht aus   seiner Zelle herausspülen. Nach etwa 4-5 Tagen sollten fast alle Bakterien   elliminiert worden sein.


Ein Ausschleichen der   Antibiose oder niedrige Dosierungen (z.B. 3x tgl) sollten vermieden werden,   da Sie zu Resistenzen führen können. Bei ausbleibender   Besserung nach 1-2 Tagen liegt der Verdacht auf Resistenzen gegenüber dem   verwendeten Antibiotikum vor.


Um den   Wirkstoffspiegel im Auge zu erhöhen, empfiehlt es sich die Augen nach   Anwendung der antibiotischen Augentropfen für 2 Minuten geschlossen zu halten   oder die Tränenpunkte vorsichtig zu komprimieren.


In selteneren Fällen   kann auch eine Therapie mit oralen Antibiotika notwendig sein (z.B. bei   Gonokokken oder Chlamydien-Infektionen). Eine Mitbehandlung des   Sexualpartners sollte bei Geschlechtskrankheiten ebenfalls erfolgen.


Achtung! Setzen Sie die antibiotische Therapie nicht   selbstständig ab und beenden Sie die Therapie nicht frühzeitig auch wenn es   bereits zu einer Besserung der Symptome gekommen ist!


Virale Bindehautentzündung – Therapie

Eine virale   Bindehautentzündung kann in der Regel nicht gezielt behandelt werden, da es   derzeit keine geeignete antivirale Therapie gibt. Das Ziel der Behandlung   einer viralen Bindehautentzündung ist daher die Linderung der Beschwerden.   Hierfür können befeuchtende Tropfen und Salben, aber auch kalte Kompressen   angewendet werden.


Bei sehr schweren   Fällen von Konjunktivitis kann eine kurzzeitige Therapie mit kortisonhaltigen   Augentropfen zu einer Besserung der Entzündung angewendet werden. Diese   können jedoch die Abwehrreaktion des Körpers reduzieren und somit den Krankheitsverlauf   verlängern oder zusätzliche bakterielle Infektionen begünstigen.


Achtung! Eine Infektion mit Herpes Simplex darf nicht mit   kortisonhaltigen Augentropfen behandelt werden! Dies kann zu einer deutlichen   Verschlechterung sowie schwerwiegenden Komplikationen führen.


Allergische Bindehautentzündung – Therapie

Die effektivste   Maßnahme zur Behandlung einer allergischen Bindehautentzündung ist die   Vermeidung der Auslöser (Allergene).

Zur Linderung der   Beschwerden können zusätzlich befeuchtende Augentropfen sowie kalte Umschläge   verwendet werden.


Generell können   folgende Wirkstoffklassen Anwendung finden:

  • Antiallergika

  • Vasokonstriktoren

  • Nichtsteroidale   Antiphlogistika

  • Kortikosteroide


Topische Antiallergika   sind meistens die Mittel der ersten Wahl. Eine systemische Therapie ist nicht   indiziert. Hierbei unterscheidet man anhand Ihrer Wirkstoffe:

  • H1   Rezeptorantagonisten

  • Mastzellstabilisatoren

  • Kombinationspräparate


Topische   Kortikosteroide können bei schweren, akuten allergischen Bindehautentzündungen   zu einer schnellen Linderung der Beschwerden führen. Allerdings sollten diese   nur für kurze Zeit angewandt und möglichst bald durch Antiallergika   ausgetauscht werden.


Die Verwendung von   Vasokonstriktoren ist umstritten. Durch Ihren vorrübergehenden Rückgang der   Rötung und Schwellung werden Sie oft von Patienten als sehr angenehm   empfunden und haben daher ein hohes Missbrauchpotential. Sie können eine   reaktive Hyperämie auslösen, welche zu einer chronischen Konjunktivitis   führen kann.

Je nach Ursache kann   auch eine Desensibilisierung (Hyposensibilisierung) möglich sein. Hierbei   wird der Körper an das für die allergische Reaktion verantwortlich Allergen   „gewöhnt“ und so die allergische Reaktion reduziert werden.


Nicht-infektiöse Bindehautentzündungen – Therapie

Tritt eine   Konjunktivitis in Folge von Fremdkörperverletzungen, Verätzungen,   Kontaktlinsen oder Sonneneinstrahlung auf, so besteht die Therapie in erster   Linie in einer Vermeidung des Auslösers. Fremdkörper müssen von   einem Augenarzt zeitnah und vollständig entfernt, bei Bedarf eine   prophylaktische medikamentöse Therapie eingeleitet werden.


Verätzungen müssen   sofort ausgespült werden und etwaige Reste der auslösenden Substanz aus Unter   und Oberlider entfernt werden. Hierzu wird bevorzugter Weise eine   Pufferlösung verwendet. Bei   UV-Strahlung-bedingter Konunktivtis sollte die UV-Strahlung möglichst   vermieden oder adäquate Schutzbrillen getragen werden. Nach Entfernen/   Vermeidung des Auslösers können unterschiedliche Therapien sinnvoll sein.   Befeuchtende Tropfen und Salben können insbesondere bei Benetzungsstörungen   die Symptome lindern. Unter Umständen kann auch eine zusätzliche   antibiotische Therapie oder medikamentöse Behandlung (z.B. Vitamin C nach   Verätzungen) notwendig sein.


Bindehautentzündungen – Hausmittel

Es ist generell immer   empfehlenswert einen Augenarzt aufzusuchen bevor Sie selbstständig versuchen   mit Hausmitteln eine Bindehautentzündung zu behandeln.

Ihr Augenarzt kann die   Ursache und den Schweregrad der Entzündung feststellen und schwerwiegende   Auslöser, die eine medikamentöse Therapie benötigen ausschließen. Weiters   empfiehlt es sich die Verwendung von Hausmittel ebenfalls vorab mit dem   Augenarzt abzuklären.


Kühlende Kompressen,   gekühlte befeuchtende Augentropfen aber auch diverse Umschläge können zu   einer Linderung der Symptome führen. Viele Menschen setzen auch auf   unterschiedliche pflanzliche Kompresen, wie beispielsweise aus der   Ringelblume oder Augentrost, denen eine entzündungshemmende Eigenschaft   zugesprochen wird.


Vor der Verwendung von Hausmittel sollte immer eine   Abklärung durch einen Augenarzt stattfinden, um schwerwiegende Komplikationen   vermeiden zu können.

Hinweis:   Setzen Sie die antibiotische Therapie nicht selbstständig ab und beenden Sie die Therapie nicht frühzeitig auch wenn es bereits zu einer Besserung der Symptome gekommen ist!

Bindehautentzündung - Prognose

Eine infektiöse Bindehautentzündung   heilt oft auch ohne medikamentöse Therapie vollständig ab und hinterlässt   auch keine dauerhaften Schäden. Allerdings gibt es einige Formen von   Bindehautentzündungen, die ohne korrekte Behandlung lange andauern oder   Komplikationen verursachen können. Dies ist häufig bei bakteriellen   Infektionen, beispielsweise durch Chlamydien oder Gonokokken der Fall. Auch   bei neugeborenen können unbehandelte Entzündungen schwerwiegende Folgen für   das Sehen haben.


Eine   Chlamydienkonjunktivitis kann unter Umständen zu einem Trachom führen und in   weiter Folge zu einer Vernarbung der Bindehaut führen. Insbesondere in   tropischen Entwicklungsländern ohne ausreichende hygienische Bedingungen ist   das Trachom daher eine der häufigsten Augenerkrankung und weltweit daher die   häufigste Ursache für erworbene Blindheit.


Eine   Gonokokkenkonjunktivitis kann ohne Frühzeitige Behandlung ebenfalls bei   Beteiligung der Hornhaut zu deutlicher Sehverminderung bis zur Erblindung   führen.


Der Verlauf von   nicht-infektiösen Bindehautentzündungen hängt vor allem davon ab, ob sich der   Auslöser (Allergene, Fremdkörper, etc) vermeiden lässt. Bei   Bindehautentzündungen nach Verbrennungen, Verätzungen oder Verletzungen ist   die Prognose meist vom Schwergrad der Verletzung ab.

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Bindehautentzündung - Prävention

Sowohl eine bakterielle, als auch eine virale Bindehautentzündung sind   sehr ansteckend. Folgende Maßnahmen können das Risiko einer Ansteckung   reduzieren:


Händewaschen

Eine Bindehautentzündung kann sehr ansteckend sein,   Auch über Türklinken oder Besteck können die Erreger übertragen werden.   Waschen Sie sich häufig und richtig die Hände und desinfizieren Sie sich   anschließend. Insbesondere vor und nach dem Aufenthalt in öffentlichen   Verkehrsmitteln, Küchen und bei der Arbeit. So können Sie nicht nur eine   Ansteckung des zweiten Auges vermeiden, sondern schützen auch Personen in   ihrem Umfeld.


Augenreiben vermeiden

Der Juckreiz einer   Bindehaut führt oft dazu, dass Betroffenen am Auge reiben Dabei gelangen Keime   auf die Hände und gegebenenfalls in das andere (noch gesunde) Auge. Dies   geschieht oft ohne, dass man es selber bemerkt. Achten Sie daher darauf,   nicht am Auge zu reiben.


Augentropfen

Sollten Sie   Augentropfen verwenden, dürfen Sie diese nicht mit anderen Personen teilen.   Während einer bestehenden Bindehautentzündung sollte zusätzlich jedes Auge   mit seperaten Tropfen oder Salben behandelt werden um eine Infektion des   zweiten Auges zu vermeiden.


Hygienemaßnahmen

Achten Sie auf die   strikte Einhaltung der Hygienemaßnahmen. Waschen Sie sich regelmäßig die   Hände und verzichten Sie für die Dauer der Bindehautentzündung auf das   Händeschütteln mit Fremden. Zusätzlich kann das Verwenden eines eigenen   Handtuchs das Risiko einer Übertragung weiter reduzieren.

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Das Wichtigste auf einen Blick

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