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Hagelkorn

Chalazion (Hagelkorn)

ICD-10:   H00.1   Chalazion

Ein Chalazion oder auch Hagelkorn ist eine chronische, schmerzlose   Schwellung im Bereich der Augenlider, die in Folge einer chronischen   Entzündung der Meibomdrüsen oder Zeissdrüsen   entsteht.

Das Wichtigste auf einen Blick

Ursachen

Chronische Entzündung der Meibomdrüse

Symptome

Schmerzlose Schwellung im Lidbereich

Diagnostik

Blickdiagnose

Therapie

Observanz, Operation

Hagelkorn - Definition

Ein Chalazion (Hagelkorn) ist   eine chronische Obstruktion einer Meibomdrüse. Hierdurch kommt es zu einer   lokalen, granulomatöse Entzündung einer Meibomdrüse.

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Hagelkorn, Gerstenkorn, Hordeolum, Stye, Lidschwellung, Gerötetes Augenlied

Hagelkorn - Symptome

Oft entsteht ein Hagelkorn in Folge einer Entzündung im Bereich der   Augenlider (z.B. nach einem Hordeolum). Nach Abschwellen der ursprünglichen   Entzündung verbleibt eine kleine, feste lokale Schwellung. Dieses befindet   sich meist in der Nähe der   Lidkante über dem Tarsus.


Oft bildet sich dieses   innerhalb von 2–8 Wochen selbstständig wieder zurück. Nur selten besteht ein   Hagelkorn über einen längeren Zeitraum.


  • Feste   Schwellung

  • Schmerzlos

  • Nicht/   leicht gerötet


Abhängig von ihrer   Lage und Größe können Hagelkörner auch zu Störungen des Lidschlusses und der   Benetzung der Augenoberfläche führen. Dies äußert sich in einem   Fremdkörpergefühl, Tränenlaufen oder leicht verschwommenem Sehen.

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Hagelkorn – Ursachen & Risikofaktoren

Krankheiten die zu einem   übermäßig dickflüssigen Sekret der Meibom-Drüsen   führen (z. B. Acne rosacea, Funktionsstörungen der Meibomdrüsen), erhöhen das   Risiko für die Entstehung eines Hagelkorns.

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Hagelkorn - Diagnostik

Ein Hagelkorn ist eine meist   harmlose chronische Entzündung der Augenlider, die meist kaum Beschwerden   verursacht Allerdings empfiehlt sich bei neu aufgetretenen Veränderungen an   den Augenlidern eine Vorstellung beim Augenarzt, denn nur ein Experte kann   andere Ursachen ausschließen, Komplikationen rechtzeitig erkennen und eine   eindeutige Diagnose stellen.


Blickdiagnose

Ein Hagelkorn kann der   Augenarzt bereits auf den ersten Blick erkennen. Üblicher Weise kommt es zu   einer sichtbaren (leicht geröteten) Schwellung im Bereich Nahe den Wimpern.   Im Unterschied zu einem Gerstenkorn ist diese verhärtet und auf Druck nicht   schmerzhaft.


Spaltlampenuntersuchung

Meistens wird der   Augenarzt zusätzlich das Auge noch mit Hilfe einer Spaltlampe untersuchen.   Hierbei handelt es sich um ein Mikroskop, dass es ermöglicht die Strukturen   des Auges vergrößert zu betrachten. Bei Verdacht auf ein Hagelkorn wird neben   den Lidern auch der vordere Abschnitt des Auges untersucht, um andere   Begleiterkrankungen auszuschließen.


Ausschluss anderer Erkrankungen

Im Rahmen der   Kontrolle beim Augenarzt werden andere Ursachen ausgeschlossen, die ähnliche   Beschwerden verursachen können. So kann ein Hagelkorn (Chalazion)   beispielsweise von einem Laien leicht mit einem Gerstenkorn verwechselt   werden. Allerdings handelt es sich hierbei um eine akute Entzündung. Ein   Gerstenkorn ist meist eitrig und schmerzhaft. Ein Gerstenkorn wird oft mit   einer antibiotischen Therapie behandelt.


Eine   Tränensackentzündung (Dacrozystitis) präsentiert sich ebenfalls durch Rötung,   Schwellung sowie einem eitrig fluktuierendem Erscheinungsbild. Dabei ist   jedoch immer der nasale Teil der Augenlider betroffen. Eine   Tränensackentzündung betrifft häufiger Kinder als Erwachsene. Ein   wesentlicher Unterschied hierbei ist, dass eine Entzündung der Tränensäcke im   Gegensatz zu einem Gerstenkorn oft mit oralen Antibiotika behandelt werden   muss.

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Hagelkorn - Therapie

Wie wird ein Hagelkorn behandelt? Generell gibt es zwei unterschiedliche   Therapieansätze. Bei einer konservativen Therapie, wird das Auge mit Salben,   Tabletten, Wärme etc. behandelt. Bei einer operativen Therapie hingegen, wird   ein chirurgischer Eingriff zur   Entfernung des Hagelkorns geplant.


Konservative Behandlung

Bei einer   konservativen Therapie wird versucht, mit entzündungshemmenden Augentopfen   oder Augensalben/ -cremes die Entzündung der Talgdrüse zu bekämpfen und die   körpereigenen Abwehrkräfte in ihrer Funktion, dem Abbau der Entzündung, zu   unterstützen. Auch trockene Wärme, also etwa durch Bestrahlen mit einer   Rotlichtlampe, kann hilfreich sein und die spontane Abheilung beschleunigen.   Eventuell wird auch eine Therapie mit Kortison an der betroffenen Stelle in   Erwägung gezogen. Dabei kann eine lokale Spritze ebenfalls entzündungshemmend   wirken und zur Abschwellung und zum Verschwinden der Hautrötung führen.


Operative Behandlung

Bei der operativen   Behandlung wird, wie der Name schon verrät, das Hagelkorn durch einen   chirurgischen Eingriff entfernt. Dabei wird eine operative Therapie in den   meisten Fällen erst nach einer ausbleibenden Verbesserung auf eine   konservative Therapie begonnen.


Was passiert bei der Chalazion Operation?

Die Operation eines   Hagelkorns ist ein kleiner Eingriff. Häufig kann dieser in örtlicher   Betäubung und ambulant erfolgen. Das bedeutet, dass Sie bei der Operation   zwar wach sind, jedoch keine Schmerzen an der betroffenen Stelle fühlen   können. Nach dem Eingriff müssen Sie nicht im Krankenhaus übernachten.


Nach dem die Region   mit einer Betäubungsspritze betäubt wurde, wird mit einer „Chalazion-Klemme“,   einem speziellen Halter, das Augenlid fixiert. Je nach Lokalisation wird ein   Hagelkorn von der Lid Außen- oder Innenseite operiert. Bei der Operation von   Innen wird das Lid nun nach außen umgeklappt. Anschließend erfolgt ein   kleiner senkrechter Schnitt. Nachdem   das Hagelkorn eröffnet wurde, wird der Inhalt des Hagelkorns mit einem   scharfen Löffel herausgekratzt. Die Kapsel des Hagelkorns wird so weit wie   möglich mitentfernt, so dass ein neuer Aufstau von Sekret vermieden wird.   Eine Naht ist meist nicht notwendig. Bei einer Operation von Innen ist es   meist nicht notwendig eine Naht zu setzen, da der Schnitt so klein ist, dass   er auch selbstständig heilen kann.


Nach der Operation   erhalten sie meist einen Salbenverband mit antibiotischen Augensalben, um   einer etwaigen Infektion vorzubeugen.


Das entfernte Material   wird nach dem Eingriff zu einer feingeweblichen Untersuchung (Histologie) in   ein Labor gesendet, um zu bestätigen, dass es sich wirklich um ein Hagelkoron   handelt, oder ob ein anderer Befund dahintersteckt.

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