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Augenkrebs – Tumore am Auge

Augenkrebs – Tumore am Auge

ICD-10:   C69.-   Bösartige Neubildung des Auges und der Augenanhangsgebilde

Als „Krebs“ oder Tumor bezeichnet man Neubildungen oder Gewebewucherungen. Sie können sowohl gutartig (harmlos), als auch bösartig (gesundheitsbedrohlich) sein und im Gehirn oder anderen Organen Metastasen bilden.


Generell kann sich in fast jedem Bereich des Auges ein Tumor entwickeln.


Die Beschwerden hängen von der betroffenen Größe und der Lokalisation des Tumors ab. Oftmals kann ein Tumor lange Zeit unbemerkt bleiben, bevor es zu Sehstörungen kommt. Weiters kann ein Tumor zu Schmerzen, Bewegungsstörungen, Doppelbildern oder auch dem Vorwölben des Auges führen.


Eine Diagnose kann oft bereits im Rahmen der Spaltlampenuntersuchung durch den Augenarzt gestellt werden. Zusätzliche Untersuchungsmethoden (Ultraschall, CT oder MRT) können zusätzliche Informationen liefern. Eventuell kann auch eine Probeentnahme (Biopsie) erfolgen, um festzustellen um Welche Art von Tumor es sich handelt.


Die Behandlung wird individuell an die Art des Tumors, dessen Größe und Lokalisation angepasst. Hierbei können Medikamente, Operationen, Laser oder Strahlenbehandlungen eingesetzt werden.

Das Wichtigste auf einen Blick

Definition

Neubildung

Symptome

Beschwerdefrei bis Sehstörungen, Schmerzen, Bewegungsstörungen, Doppelbildern

Diagnostik

Spaltlampenuntersuchung, Ultraschall, MRT, CT, Biopsie

Therapie

Je nach Ausmaß und Lokalisation - Medikamente, Operationen, Laser oder Strahlenbehandlungen

Vorbeugung

Regelmäßige Routinekontrollen

Tumor - Definition

Als Tumor (lat. = „Wucherung“) bezeichnet   man die Zunahme von Gewebe unabhängig von der Ursache.

Es können sich sowohl gutartige (benigne) als auch bösartige   (maligne) Tumore im Bereich der Augen   entwickeln.

Als „gutartig“ werden Tumore bezeichnet, wenn sie kaum wachsen und   nicht in andere oder das umgebende Gewebe eindringen.

Als „bösartig“ werden Tumore bezeichnet, wenn sie schnell wachsen und   auch in andere Gewebe eindringen oder Metastasen (Tochtergeschwülste) bilden.

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Augenkrebs - Welche Augentumore gibt es?

Augentumore können an unterschiedlichen Orten im Auge entstehen. Nicht immer sind diese von außen erkennbar.


Zu den häufigsten Orten, an denen Tumore entstehen können sind: 


  • Augenlider 

  • Bindehaut

  • Hornhaut

  • Regenbogenhaut

  • Netzhaut

  • Aderhaut

  • Augenhöhle


Zu den wichtigsten Arten von Krebs am Auge gehören unter anderem: 

  • Basaliom

  • Karzinom

  • Melanom

  • Retinoblastom

  • Aderhautmelanom

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Augenkrebs - Ursachen & Risikofaktoren

Die Ursachen für die Entstehung von Krebs am Auge können sehr unterschiedlich sein und sind oft nicht eruierbar.


Insbesondere eine erhöhte UV Belastung (z.B. Aufenthalt im Freien, Solarium, Schweißen) wird oft als Risikofaktor eingesehen. Aus dem gleichen Grund wird oft auch ein heller Hauttyp als Risikofaktor für die Entstehung von Tumoren, insbesondere im Bereich der Augenlider angesehen.


Besonderes bei Tumoren der Bindehaut oder Aderhaut können bestehende Leberflecken (Nävus) oder eine verstärkte Pigmentierung (Melanose) einen Risikofaktor darstellen und sollten daher regelmäßig durch einen Arzt kontrolliert werden.


Andere Tumore können durch Genveränderungen (Retinoblastom) verursacht werden und  wieder andere in Folge von Infektionen, beispielsweise HIV oder humane Papillomaviren (HPV), auftreten.

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Augenkrebs - Diagnostik

Neubildungen, welche das äußere Auge betreffen, kann ein erfahrener Augenarzt oft bereits auf den ersten Blick aufgrund seiner Erfahrung beurteilen, ob eine Veränderung gutartig oder bösartig sein kann. Bei kleineren Veränderungen kann eine Untersuchung mit dem Mikroskop oft schon weitere Informationen bieten.


Tumore im Inneren des Auges können oft nur im Rahmen der Spaltlampenuntersuchung und durch eine Kontrolle des Augenhintergrunds festgestellt werden. Bei der Untersuchung von Kleinkindern wird zusätzlich oft der sogenannte „Brückner Test“ durchgeführt. Leuchtet ein Auge bei diesem Test, der auch als „Fundus-Rot-Reflex-Test“ bezeichnet wird, weiß statt rot auf, kann dies ein Hinweis für das Vorliegen eines Retinoblastoms sein.


Bei Verdacht auf einen Tumor in der Augenhöhle kann zusätzliche Bildgebung (Ultraschall, MRT, etc.) erforderlich sein. Oft reicht ein Ultraschall aus, um eine Veränderung von anderen Krankheitsbildern zu unterscheiden und um die Größe einer Veränderung zu dokumentieren. Gelegentlich ist jedoch eine zusätzliche Untersuchung durch eine Magnetresonanz Tomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) notwendig.


Mit einer sogenannten Fluoreszenzangiographie oder einer Indozyaningrün-angiographie kann die Durchblutung am Augenhintergrund noch genauer beurteilt werden.


Ist eine Exzision oder Biopsie möglich, so kann eine Probe ins Labor geschickt werden und dort im Rahmen der histologischen Untersuchung eine genaue Unterscheidung der Art des Tumors erfolgen.

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Augenkrebs - Therapie

Tumore der Augenlider oder Bindehaut

Gutartige Veränderungen müssen oft nicht behandelt werden, wenn Sie keine Beschwerden verursachen. Eine regelmäßige Kontrolle ist ausreichend. Kommt es jedoch zu einer Größenzunahme oder ist der Tumor kosmetisch störend, kann eine Entfernung sinnvoll sein.


Besteht der Verdacht auf einen bösartigen Tumor können Veränderungen im Bereich der Lider oder Bindehaut meist durch einen operativen Eingriff entfernt werden. Abhängig vom Ort und der Größe des Tumors kann auch eine Chemotherapie, Bestrahlung oder Vereisung notwendig sein.


Tumore der Netzhaut, Aderhaut oder Augenhöhle

Bei Neubildungen im Inneren des Auges ist eine operative Entfernung bei gleichzeitigem Erhalt des Auges oft nicht möglich.


Alternativ kann beispielsweise eine Bestrahlung des Tumors erfolgen. Ziel der Strahlentherapie ist es, den Tumor durch die Bestrahlung zu zerstören. Bei kleinen Tumoren wird hier oftmals ein kleiner "Strahlenträger" von außen an das Auge angebracht. Dabei handelt es sich, um eine radioaktive Substanz, die in einem Gehäuse ist, welches nur in eine Richtung eine Strahlung abgibt. In einer Operation wird dieser bei Vollnarkose von außen auf das Auge aufgenäht.


Bei größeren Tumoren wird hingegen oft eine Behandlung mit einem Linearbeschleuniger oder einer Protonentherapie notwendig. Hierbei wird der Tumor ebenfalls gezielt bestrahlt. Allerdings ist eine solche Behandlung nur in Arealen möglich, die günstig für eine Bestrahlung liegen. 


Nur in seltenen Fällen (z.B. Retinoblastom) kann es notwendig sein eine Enukleation durchzuführen. Dabei handelt es sich, um eine operative Entfernung des gesamten Augapfels.

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Thema - Prognose

Da die Prognose abhängig von der Art des Tumors, der Größe und dem Ort   ist, kann generell keine Allgemeine Prognose gegeben werden.

Relevant für die   Prognose von Tumoren ist jedoch immer der Zeitpunkt der Erstdiagnose.   Generell gilt, je früher man einen Tumor entdeckt, umso kleiner ist dieser   und umso niedriger ist die Wahrscheinlichkeit, dass bereits Metastasen   gebildet wurden.

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Augenkrebs – Tumore am Auge - Gallerie

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