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Dioptrien

Was sind Dioptrien?

ICD-10: iA06_ICD10 + iA07_ICD10Beschreibung

Dioptrie sind die Maßeinheit für die Brechkraft optischer Systeme. Der Augenarzt oder Optiker verwendet den Begriff Dioptrien um den Brechwert von Brillengläsern oder Kontaktlinsen anzugeben. Sie gibt also an, wie stark ein Brillenglas das Licht brechen muss, damit die fehlsichtige Person scharf sehen kann. Abgekürzt werden Dioptrien oft mit “dpt”.


Zur Korrektur der Kurzsichtigkeit verwendet man negative Dioptriewerte, während bei der Weitsichtigkeit positive Dioptriewerte benötigt werden. Je schlechter eine Person sieht, desto höher sind die benötigen Dioptriewerte. (Ein Person die 4 Dioptrien hat sieht demnach schlechter als eine Person mit 2 Dioptrien). Meistens werden die Dioptrien einer Person in Viertel-Stufen angegeben. (0.25 dpt). Außerdem kommt es häufig vor, dass Personen auf beiden Augen unterschiedliche Dioptrienwerte haben.

Dioptrien - Ab wieviel Dioptrien brauche ich eine Brille?

Ab einem Dioptriewert von 0,5 ist es sinnvoll, die Fehlsichtigkeit mit einer Brille oder Kontaktlinsen zu korrigieren. Unter einer Abweichung von +/- 1 Dioptrien spricht man von einer leichten Fehlsichtigkeit. Diese muss jedoch nicht unbedingt ausgeglichen werden und fällt auch nicht allen Personen als störend auf. Bei höheren Dioptrie-Werten ist jedoch zu empfehlen, die immer eine Brille oder Kontaktlinsen zu benutzen. Ab einem Wert von +/-5 dpt liegt eine starke Fehlsichtigkeit vor.


Um in der Nähe scharf zu sehen werden im Laufe des Lebens zunehmend stärkere Lesebrillen benötigt. Um ein Buch in 35cm Abstand lesen zu können, benötigt eine normalsichtige Person im Alter von 45 Jahren etwa eine Lesebrille mit 0,75 Dioptrien. Dies liegt daran, dass das Auge im Alter zunehmend an Elastizität verliert (Altersichtigkeit). Deshalb wird das scharfe Sehen im Nahbereich immer schwerer. Zur ungefähren Orientierung, kann man sagen, dass sich das Sehen alle 5 Jahre um +0,75 Dioptrien verschlechtert.

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Dioptrien - Dioptrien bei Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit

Bei Kurzsichtigkeit (Myopie) sieht man in der Nähe Gegenstände scharf. Unabängig von der Ursache wird die Stärke der Kurzsichtigkeit in negativen Zahlen angegeben. Unter einem Wert von -1 Dioptrie handelt es sich um eine leichte Kurzsichtigkeit und ab -6 Dioptrien spricht man von einer starken Kurzsichtigkeit.


Bei Weitsichtigkeit (Hyperopie) werden Gegenstände in der Ferne scharf gesehen. Die Stärke der Weitsichtigkeit wird in positiven Zahlen angegeben. Ab einem Wert über 1 Dioptrien handelt es sich um eine leichte Weitsichtigkeit und ab über 6 Dioptrien um eine starke Weitsichtigkeit.

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Dioptrien - Wieviel Dioptrien hat ein normalsichtiges Auge?

Das Auge hat insgesamt etwa 60-65 Dioptrien. Davon fallen etwa 40 dpt auf die Hornhaut und der Rest auf die Linse. Die Linse ist jedoch verformbar und kann ihre Brechkraft der Situation anpassen. Um in der Nähe ein scharfes Bild zu erzeugen, erhöht die Linse ihre Brechkraft. Diesen Vorgang bezeichnet man als Akkomodation.


Ist ein Gegenstand mehr als 6 Meter entfern, fallen die Lichtstrahlen annähernd parallel auf das Auge. Die Linse ist entspannt und man sieht ein scharfes Bild. Ohne die Akkomodation des Auges würde die Lichtstrahlen bei Gegenständen in der Nähe erst hinter der Netzhaut zusammentreffen und ein unscharfes Bild entstehen. Durch die Akkomodation verformt sich die Linse des auges und erhöht somit ihre Brechkraft. Die Lichtstrahlen bündeln sich nun auf der Netzhaut und man sieht ein scharfes Bild.

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Dioptrien - Wie kann ich meine Dioptriewerte selbst berechnen?

Mit einem kleinen Trick ist es möglich, seine Fehlsichtigkeit selber abzuschätzen. Dies funktioniert allerdings nur bei kurzsichtigen Personen,  für weitsichtige Personen gilt dies nicht. Eine kurzsichtige Person, die einen Gegenstand nur scharf sehen kann, wenn sich dieser maximal in 1 Meter Entfernung befindet, hat etwa -1 Dioptrien. Sie benötigt folglich eine Brille, mit -1dpt, um auch in der Ferne scharf sehen zu können. Wer hingegen nur in einer Entfernung von bis zu 1/2 Meter scharf sehen kann, benötigt -2 Dioptrie.


Man muss also die Entfernung in der man gerade noch scharf sehen kann vermessen und anschließend 1 durch diese Entfernung dividieren. Ein Beispiel: Eine kurzsichtige Person kann in einer Entfernung 33cm scharf sehen und lesen. Das entspricht einer Entfernung von 0.33 Metern. Dividiert man nun 1 durch 0,33 so erhält man den Wert von 3. Der Patient benötigt also etwa -3 Dioptrien.


Diese Schätzungen können selbstverständliche eine genaue Vermessung durch den Augenarzt nicht ersetzten. Vor der Anpassung einer Brille ist eine genaue Ausmessung beim Augenarzt oder Optiker daher immer notwendig!

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Dioptrien - Wie ermittelt der Augenarzt meine Dioptrie-Werte?

Es gibt unterschiedliche Methoden, mit denen die Dioptriewerte festgestellt werden können. Mithilfe eines automatischen Messgerätes (Autorefraktometer) kann eine relativ genaue Berechnung erfolgen. Hierbei wird die Brechung von Lichtstrahlen verwendet. Für eine genauere Messung kann die Bestimmung mit Hilfe eines Phoropters oder einer „Messbrille“ erfolgen. Hierbei müssen Buchstaben auf einer Sehtafel in einer festgelegten Distanz gelesen werden können. Um auch bei Analphabeten oder Kindern werden statt Buchstaben sogenannte E-Haken oder Landolt-Ringe verwendet. Hier muss der Patient  nur die Richtung angeben, in die die Figur geöffnet ist. Die Zeichen werden mit jeder Zeile kleiner und somit kann bestimmt werden, wie gut die Sehstärke des Auges ist. Eine Sehstärke von 1,0 bedeutet, dass ein Patient 1 Winkelminute auflösen kann. Dies wird im Alltag oft mit „100%“ Sehstärke bezeichnet. Es ist jedoch durchaus möglich besser zu sehen und beispielsweise einen Visus von 1,5 zu haben.

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Dioptrien - Sind die Dioptrien bei Brille und Kontaktlinsen gleich?

Unter einem Wert von 4 Dioptrien unterscheiden sich die Stärken von Brillen und weichen Kontaktlinsen nicht. Erst ab Werten über 4 Dioptrien müssen die Dioptrien angepasst werden. Kontaktlinsenwerte müssen im Minusbereich niedriger und im Plusbereich höher gewählt werden als Brillenwerte. Bei harten Kontaktlinsen sind zusätzlich Veränderungen der Zylinderwert zu berücksichtigen. Bei Veränderung der Sehstärke sollte der Augenarzt daher immer sowohl die Brillenwerte als auch Linsenwerte erheben.

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