Wie funktioniert das Auge?
- augenarztonline

- 20. März
- 3 Min. Lesezeit
Sehen wirkt für uns selbstverständlich – tatsächlich ist es aber ein hochkomplexer Vorgang. Damit wir unsere Umwelt wahrnehmen können, muss das Auge Licht aufnehmen, bündeln und in elektrische Signale umwandeln. Diese Signale werden über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet. Erst dort entsteht das Bild, das wir bewusst sehen.
Damit das funktioniert, arbeiten viele Bestandteile des Auges präzise zusammen. Besonders wichtig sind dabei:
die Hornhaut (Kornea)
die Regenbogenhaut (Iris)
die Linse
die Netzhaut (Retina)
Nur der vordere Teil des Auges ist von außen sichtbar. Der größte Teil des Augapfels liegt geschützt in der Augenhöhle. Dort ist er über Muskeln befestigt, die das Auge in verschiedene Richtungen bewegen.
Anatomie des Auges:

Der vordere Bereich des Auges
Der weiße sichtbare Teil des Auges wird umgangssprachlich als Augenweiß bezeichnet. Er gehört zur festen äußeren Hülle des Augapfels. In seiner Mitte liegt die Iris, also der farbige Teil des Auges. In der Mitte der Iris befindet sich die Pupille.
Die Pupille funktioniert wie eine Öffnung, durch die Licht ins Auge fällt. Ihre Größe wird von der Iris gesteuert: Bei hellem Licht wird die Pupille kleiner, bei Dunkelheit größer. So reguliert das Auge, ähnlich wie die Blende einer Kamera, wie viel Licht ins Innere gelangt.

Bedeckt werden Iris und Pupille von der Hornhaut. Sie ist durchsichtig und hat gleich mehrere Aufgaben: Zusammen mit den Augenlidern, Wimpern und der Tränenflüssigkeit schützt sie das Auge vor Austrocknung, Fremdkörpern und Verletzungen. Gleichzeitig ist sie ein wichtiger Teil des optischen Systems, denn ein großer Teil der Lichtbrechung findet bereits in der Hornhaut statt.
Zwischen Hornhaut und Iris befindet sich ein mit Kammerwasser gefüllter Raum. Diese klare Flüssigkeit versorgt unter anderem Hornhaut und Linse mit Nährstoffen und trägt dazu bei, das Auge in einem gesunden Gleichgewicht zu halten.
Das Innere des Auges
Hinter der Pupille liegt die Linse. Sie ist elastisch und kann ihre Form verändern. Dadurch kann das Auge auf verschiedene Entfernungen scharf stellen – also auf Dinge in der Nähe oder in der Ferne. Dieser Vorgang heißt Akkommodation.
Möglich wird das durch feine Fasern und Muskeln, die an der Linse ansetzen. Je nachdem, wie stark diese Muskeln arbeiten, verändert sich die Form der Linse und damit auch die Brechkraft des Auges.
Hinter der Linse befindet sich der Glaskörper. Er füllt den größten Teil des Augapfels aus und besteht aus einer durchsichtigen, gelartigen Masse. Der Glaskörper hilft dabei, die Form des Auges zu erhalten und sorgt dafür, dass das Licht ungehindert bis zur Netzhaut gelangen kann.

Was kann im Inneren des Auges passieren?
Damit wir klar sehen können, müssen Hornhaut, Linse und Glaskörper möglichst durchsichtig sein. Mit zunehmendem Alter oder durch Erkrankungen kann sich das verändern.
Wird die Linse trüb, spricht man von einem Grauen Star (Katarakt). Auch die Hornhaut kann trüb werden, zum Beispiel durch Erkrankungen oder Narben.
Im Glaskörper entstehen bei vielen Menschen im Laufe des Lebens kleine Verdichtungen oder Trübungen. Diese werden oft als bewegliche Punkte, Fäden oder kleine „Mücken“ wahrgenommen. Man nennt sie Mouches volantes – französisch für „fliegende Mücken“. Solche Veränderungen sind häufig und meist harmlos. Seltener sind stärkere Trübungen, etwa durch Entzündungen oder Blutungen im Augeninneren, die das Sehen deutlich beeinträchtigen können.
Die Netzhaut: Hier wird Licht in Nervenreize umgewandelt
Die Netzhaut (Retina) kleidet die Innenwand des Auges aus. Im hinteren Bereich des Auges, dem sogenannten Augenhintergrund, sitzen Millionen von Sinneszellen. Dort wird das Lichtbild, das zuvor durch Hornhaut und Linse gebündelt wurde, möglichst scharf abgebildet.
Diese Sinneszellen wandeln Licht in elektrische Signale um. Man unterscheidet zwei Arten:
Zapfen sind für das Farbsehen verantwortlich.
Stäbchen ermöglichen das Sehen bei schwachem Licht und sind wichtig für das Dämmerungs- und Nachtsehen.
Zapfen und Stäbchen sind nicht gleichmäßig über die Netzhaut verteilt. Besonders viele Zapfen befinden sich im Bereich der Makula, auch gelber Fleck genannt. Dort ist das Sehen am schärfsten.
Vom Auge zum Bild im Gehirn
Die auf der Netzhaut entstehenden Nervensignale werden über den Sehnerv an das Gehirn weitergeleitet. Dort werden sie verarbeitet und mit den Informationen des anderen Auges zusammengeführt. Erst dadurch entsteht das Bild, das wir bewusst wahrnehmen.
Sehen ist also nicht nur eine Leistung des Auges, sondern immer auch eine Leistung des Gehirns.

Kurz zusammengefasst
Damit gutes Sehen möglich ist, müssen viele Strukturen im Auge exakt zusammenarbeiten:
Die Hornhaut und die Linse brechen das Licht.
Die Iris reguliert über die Pupille, wie viel Licht ins Auge fällt.
Die Netzhaut nimmt das Licht auf und wandelt es in Nervensignale um.
Der Sehnerv leitet diese Signale an das Gehirn weiter.
Erst das Zusammenspiel all dieser Teile macht scharfes und bewusstes Sehen möglich.



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