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Image by Giammarco Boscaro

Tamoxifen-Retinopathie

Tamoxifen-Retinopathie

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ICD-10:   H35.8   Sonstige näher bezeichnete Affektionen der Netzhaut

Tamoxifen ist ein Medikament, dass in der Behandlung von Mammakarzinomen eingesetzt wird. Eine bekannte Nebenwirkung von Tamoxifen sind Netzhautveränderungen, die gelegentlich auch zu Sehveränderungen führen können.

Tamoxifen - Anwendung

Tamoxifen ist ein Medikament, dass zur Behandlung von Brustkrebs bei Frauen eingesetzt wird. Es handelt sich dabei um einen selektiven Estrogenrezeptormodulator (SERM), also um ein Medikament, welches bestimmte Hormonrezeptoren  blockiert.


Tamoxifen wird nicht nur als „adjuvante Therapie“ nach einer Operation, sondern auch als Therapie bei vorhandenen Metastasen angewendet. Dabei  wird es oft über mehrere Jahre lang hinweg angewendet.


Auch die Dosis ist im Laufe der Zeit zunehmend geringer geworden. Heute werden oft nur 20 mg/ Tag verordnet, während füher fast ein zehnfaches dieser Dosis von Ärzten verschrieben wurde.

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Tamoxifeninduzierte Retinopathie

Tamoxifen - Nebenwirkungen

Wie alle Medikamente hat auch die Therapie mit Tamoxifen ein Risiko für Nebenwirkungen. Hierzu gehören neben trockenen Schleimhäuten und Temperaturschwankungen, auch Kopfschmerzen, Magen-Darm Beschwerden aber auch Thrombosen, Embolien und zerebrovaskuläre Ereignisse. Die Entstehung eine Endometriumkarzinoms aufgrund der östrogenen Aktivität des Tamoxifens ist nur sehr selten Folge einer Therapie.


Auch wurden eine breite Anzahl an okuläre Nebenwirkungen bei Tamoxifen beschrieben. Toxische Nebenwirkunfen treten abhängig von der Dosierung nach 2-3 Jahren auf. Bei einer hohen Dosierung (60-100 mg/ Tag) kann es bereits nach etwa 1 Jahr zu Veränderungen kommen, während es bei niedrigen Dosierungen (10-20mg/ Tag) oft erst nach mehreren Jahren zu Veränderungen kommt. Außerdem haben Frauen mit erhöhtem BMI soiwe Dyslipidemien ein erhöhtes Risiko für eine Tamoxifeninduzierte Retinopathie:


Häufig

nur z. T. reversible Sehstörungen durch Katarakte, Corneatrübungen (selten) und/oder Retinopathien 


Selten

optische Neuropathie und Optikusneuritis (bei einer geringen Anzahl von Patienten kam es zur Erblindung) 


Nach Absetzen der Therapie kommt es wiederum zu einer Verbesserung des Sehens und des bestehenden Makulaödems. Bei persistierendem Makulaödem kann eine Therapie mit antiVEGF, intravirtealen Kortikosteroiden oder oralen Carboanhydraseinhibitoren  eingesetzt werden.


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Tamoxifen-Retinopathie - Diagnostik

Spaltlampenuntersuchung

In der Spaltlampenuntersuchung können kristalline Ablagerungen oder unklare gelbliche Flecken festgestellt werden. Diese können sowohl beidseitig als auch einseitig auftreten.


Optische Kohärenztomographie (OCT)

Im OCT zeigen sich hyperreflektierende, punktförmige Läsionen die mit oder ohne Makulaödem auftreten können. Im Frühstadium kann es zu fovealen Zysten kommen, die sich ähnlich wie makuläre Telangiektasien (Typ 2) präsentieren. Neben kapillären Aussackungen, kann auch eine eine reduzierte foveale Kapilardichte festgestellt werden.


Fluoreszenzangiographie (FAG/ FLA)

Auf Fundusfotos zeigt sich oft eine erhöhte Autofluoreszenz. Sowie ein Staining im Bereich im Bereich der Makula in Übereinstimmung mit dem Makulaödem.


Elektroretinogramm (ERG)

Verminderte skotopische (dunkeladaptierte) und photopische (helladaptierte) A- und B-Wellen Amplituden


Elektrookulografie (EOG)

Manchmal kann ein verminderter Hell/Dunkel-Quotienten (Arden Ratio) festgestellt werden.


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Tamoxifen-Retinopathie - Gallerie