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Okuläres Ischämiesyndrom
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Kommt es aufgrund von Gefäßverengungen zu einer Unterversorgung des Auges und insbesondere der Netzhaut mit Blut, so bezeichnet man dies als okuläres Ischämiesyndrom.
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Das Wichtigste auf einen Blick
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Das Wichtigste auf einen Blick
Definition
Minderperfusion des Auges/ der Netzhaut
Ursachen
Stenosen, Entzündungen, Verletzungen
Symptome
Sehverschlechterung, Schmerzen
Diagnostik
Spaltlampenuntersuchung, Fluoreszenzangiographie, Gefäßultraschall, internistische/ neurologische Untersuchung
Therapie
Blutverdünnung, VEGF Inhibitoren, Laser Koagulation
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Okuläres Ischämiesyndrom - Definition
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Als okuläres Ischämiesyndrom bezeichnet man eine verminderte Durchblutung („echein“ = „zurückhalten“, „haeima“ = „Blut“) des Auges insbesondere der Netzhaut (Retina).
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Okuläres Ischämiesyndrom - Symptome
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Die häufigsten Beschwerden von Patienten mit okulärem Ischämiesyndrom sind Sehverschlechterung und Schmerzen. Etwa ein Zehntel der Betroffenen berichtet über vorausgegangene vorübergehende Gesichtsfeldausfälle (Amaurosis fugax). Die Schmerzen treten oft einseitig auf. Und werden durch Neovaskularisationen oder eine generalisierte Ischämie verursacht.
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Okuläres Ischämiesyndrom – Ursachen & Risikofaktoren
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Die häufigste Ursache für die Entwicklung eines okulären Ischämiesyndroms ist eine beinahe vollständige Verengung (> 90%) der Arterien, die das Auge mit Blut versorgen. Meistens handelt es sich dabei um die A. carotis communis oder interna. Etwa 1 von 20 Personen mit einer hochgradigen Karotisstenose entwickeln ein okuläres Ischämiesyndrom. Selten entwickelt sich ein okuläres Ischämiesyndrom in Folge von Entzündungen (M. Horton/ Arteriitis temporalis) oder nach Verletzungen. Männer sind deutlich häufiger betroffen als Frauen.
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Okuläres Ischämiesyndrom - Diagnostik
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Spaltlampenuntersuchung
Die Symptome eines okulären Ischämiesyndroms können variieren. So kann es im Vorderen Abschnitt zu Gefäßinjektionen kommen, aber auch ein Hornhautödem oder die Bildung neuer Gefäße im Bereich der Regenbogenhaut (Rubeosis iridis) können entstehen. Auch eine Augendrucksteigerung kann die Folge sein.
Im hinteren Augenabschnitt zeigen sich typischerweise stark verengte Arterien und deutlich erweiterte Venen, ohne dass jedoch eine Tortuositas besteht. Auch Mikroaneurysmen, Punktblutungen und Fleckblutung können zu sehen sein. Cotton-Wool Herde sind ebenfalls häufig mit dem Ischämiesyndrom assoziiert. Gelegentlich kommt es in weiterer Folge zu einem Zentralarterienverschluss.
Hornhautödem
diffuse episklerale Injektion
positiver Tyndall mit wenigen oder gar keinen Zellen („ischämische Pseudoiritis“)
Irisatrophie
Rubeosis iridis
venöse Dilatation
Verengung der Arteriolen
Blutungen
Papillenödem
Cotton-Wool-Herde
Neovaskularisationen
Fluoreszenzangiographie
Zur Diagnosesicherung kann eine Farbstoffuntersuchung durchgeführt werden. Dabei zeigt sich eine verzögerte choroidale und arterielle Füllphase und eine asymmetrische Füllung der Aderhaut. In der Spätphase kommt es oft zu Leckagen im Bereich der Arterien.
Weitere Abklärung
Eine zusätzliche Untersuchung durch einen Internisten sowie durch einen Neurologen sind die wesentlichsten Maßnahmen, um mögliche Ursachen abzuklären.
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Okuläres Ischämiesyndrom - Therapie
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Panretinale Laserkoagulation
Eine panretinale Laserkoagulation sollte immer nur dann durchgeführt werden, wenn sich in der Fluoreszenzangiographie große, nicht durchblutete, ischämische Bereiche oder bereits neue Gefäßproliferationen zeigen. Diese avaskulären Netzhautbereiche werden dann bevorzugt behandelt.
Durch die Laserbehandlung (z.B. ALK Laser) wird die äußerste Schicht der Netzhaut im Randbereich des Auges „verbrannt“ und zerstört (Koagulation). Somit kann der Sauerstoffbedarf in diesen Arealen reduziert werden und gleichzeitig eine bessere Versorgung der nicht-behandelten Areale erreicht werden.
Die Nebenwirkungen der Laserkoagulation sind auf die Zerstörung der peripheren Netzhaut zurückzuführen und werden zum Erhalt und Schutz der verbliebenen Sehkraft in Kauf genommen. Neben konzentrischen Gesichtsfeldeinschränkungen und einer reduzierten Dunkeladaption, kann es zu Störungen des Farbsehens sowie zur Bildung einer epiretinalen Gliose kommen.
Ein bestehendes klinisch signifikantes Makulaödem kann ebenfalls problematisch sein, da es sich durch die Laserkoagulation verschlechtern kann.
Zu beachten ist natürlich, dass die Fovea von jeder fokalen Laserkoagulation ausgeschlossen werden muss, da es sonst zu einem zentralen Gesichtsfeldverlust kommt.
Intravitreale Injektionen
Bestehen bereits Gefäßproliferationen oder eine Rubeosis iridis, kann eine Therapie mit VEGF Inhibitoren notwendig sein. Hierbei wird ein Medikament direkt in das Auge injiziert, dass den Gefäßwachstum im Auge hemmen soll.
Augendrucksenkende Therapie
Kommt es zu einer Steigerung des intraokulären Drucks, so kann zusätzlich eine Therapie mit augendrucksenkenden Medikamenten notwendig werden.
Gerinnungshemmende Medikation
Zeigt sich in den weiteren Diagnosen eine Stenosierung der zuführenden Arterien, ist oft eine lebenslange Blutverdünnung notwendig.
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