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Rubeosis Iridis

Rubeosis Iridis

ICD-10:   H21.1   Neovaskularisation der Iris oder des Ziliarkörpers

Rubeosis iridis bezeichnet ein Symptom, welches aufgrund eines   chronischen Sauerstoffmangels der Netzhaut entsteht. Daraufhin kommt es zur   Bildung von neuen Blutgefäßen auf der Iris und am Pupillarsaum.


Eine Rubeosis iridis   ist nicht nur ein Symptom für die zugrunde liegende Krankheit, sondern kann   auch zu weiteren Beschwerden führen (z.B. Vorderkammerblutung = Hyphaema,   Neovaskularisationsglaukom).

Das Wichtigste auf einen Blick

Definition

Gefäßneubildungen der Iris

Ursachen

Sauerstoffmangel der Netzhaut

Symptome

Meist symptomlos

Diagnostik

Spaltlampenuntersuchung, (FAG)

Therapie

Behandlung der Ursache (panretinale Photokoagulation, VEGF-Inhibitoren)

Komplikation

Vorderkammerblutung, Neovaskularisationsglaukom

Rubeosis Iridis - Definition

Als Rubeosis iridis wird die ausgeprägte Füllung der Irisgefäße oder die Bildung neuer Gefäße (Neovaskularisation) in der Iris und im Kammerwinkel des Auges bezeichnet. Dabei kommt es zu einer rötlichen Färbung (Rubeosis) der Iris.

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Rubeosisi iridis mit Neovaskularisationen an der Papille

Rubeosis Iridis - Symptome

Eine Rubeosis iridis führt oft lange Zeit zu keinerlei Beschwerden für   die Betroffenen. Erst wenn es aufgrund der Gefäßneubildungen zu   Folgeerkankungen (Neovaskularisationsglaukom,   Vorderkammerblutung) kommt, können Beschwerden (Sehverschlechterung, Schmerzen,   Übelkeit) auftreten.

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Rubeosis Iridis – Ursachen & Risikofaktoren

Unterschiedliche Krankheiten können zur Entstehung einer Rubeosis iridis   führen. Dabei liegt meist eine starke,   chronisch bestehende Durchblutungsstörung (Ischämie) der Netzhaut vor.


Es wird vermutet, dass   die hypoxische Netzhaut versucht die unterversorgten Gebiete mit neuen   Gefäßen zu revaskularisieren und daher Wachstumsfaktoren (Vascular   endothelial Growth Factor - VEGF) produziert. Durch das Kammerwasser gelangen   diese auch in die Vorderkammer, wo sie zu einer Rubeosis iridis führen.


Ischämischer Zentralvenenverschluss

Etwa 30% der Fälle   einer Rubeosis iridis tritt nach einem abgelaufenen ischämischen   Zentralvenenverschluss auf. Dabei entwickelt ungefähr die Hälfte der   Patienten nach einem Zentralvenenverschluss Neovaskularisationen. Im Rahmen   einer Fluoreszenzangiograpie zeigen sich hierbei meist größere nicht oder nur   schlecht durchblutete Areale.


In der Regel dauert es   etwa 3 Monate bis es aufgrund der Gefäßneubildungen zu einem   Neovaskularisationsglaukom („100-Tage-Glaukom“) kommt. Die genaue Dauer kann   jedoch deutlich variieren (1-24 Monate).


Blutzuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Auch in Folge einer   bestehenden Blutzuckererkrankung kann es zu einer sogenannten diabetischen   Retinopathie kommen. Diabetes mellitus führt über Jahre hinweg zu einer   Schädigung der kleinen Blutgefäße und somit ebenfalls zu einer Ischämie der   Netzhaut. Regelmäßige Kontrollen durch einen Augenarzt ermöglichen eine   frühzeitige Diagnose sowie bei Bedarf einen Therapiebeginn (z.B. Panretinale   Photokoagulation).


(Ast-)Arterienverschluss

Selten kann ein Astarterienverschluss   oder ein okuläres ischämisches Syndrom zu einer Rubeosis iridis führen.


Sonstige Ursachen

Auch intraokuläre   Tumore, chronische Entzündungen des Auges oder Netzhautablösungen, die über   ein längeres Intervall bestehen können eine Rubeosis iridis verursachen.

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Rubeosis Iridis - Diagnostik

Eine Rubeosis entwickelt sich bei chronischer Ischämie der Netzhaut. Unbehandelt schreiten die   Gefäßneubildungen im Laufe der Zeit immer weiter voran.


  • Zunächst   entstehen zarte Gefäßbüschel. Da diese leicht übersehen werden können, sollte   bei der Spaltlampenuntersuchung der Pupillarsaum unter starker Vergrößerung   genau inspiziert werden.

  • Diese   Gefäße wachsen im weiteren Verlauf immer weiter in die Netzhautoberfläche   Richtung Kammerwinkel ein. Teilweise verbinden sich die Gefäße und es   entsteht eine netzartige Gefäßstruktur.

  • Schließlich   wachsen die Gefäße auch in den Kammerwinkel ein. Dies kann zu einer   Steigerung des Augeninnendrucks (IOD) führen. Aus diesem Grund sollte stets   eine genaue Untersuchung des Kammerwinkels (Gonioskopie) ohne Erweiterung   erfolgen. Insbesondere nach ischämischen Zentralvenenverschlüssen, kommt es   oft zur Neovaskularisationen im Kammerwinkel, ohne dass der Pupillarrand betroffen   ist. Diese Patienten müssen daher besonders sorgfältig nachbeobachtet werden

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Rubeosis Iridis - Therapie

Die optimale Behandlung richtet sich nach der Ursache und der zugrunde   liegenden Krankheit.


Panretinale Photokoagulation (PRP)

Ist die Ursache eine Minderversorgung   der Netzhaut (retinale Ischämie), so kann durch eine panretinale   Photokoagulation angewendet werden. Hierbei handelt es sich um eine   Laserbehandlung, bei welcher ein Großteil der peripheren Netzhaut mithilfe   eines Lasers „verbrannt“ werden. Dadurch kommt es zu einer Zerstörung der   Netzhaut und somit zu einem verminderten Sauerstoffbedarf. Allerdings kommt   es hierdurch an den gelaserten Stellen auch zu einer Zerstörung der   Photorezeptoren und damit verbunden zu Gesichtsfelddefekten in den gelaserten   Bereichen. Aus diesem Grund erfolgt eine panretinale Photokoagulation immer   nur in der Peripherie in einem sicheren Abstand zur Stelle des schärfsten   Sehens (Makula)


Intravitreale VEGF-Inhibitoren

Eine weitere   Möglichkeit stellt die Behandlung mit sogenannten VEGF-Inhibitoren (vascular   endothelial growth

factor inhibitors) da.   Dabei wird mit einer Spritze eine kleine Menge eines VEGF-Hemmers in den   Glaskörper injiziert.

Es wird vermutet, dass   es aufgrund des Sauerstoffmangels zu einer gesteigerten Produktion von   Wachstumsfaktoren kommt. Diese gelangen durch das Kammerwasser auch in die   Vorderkammer, wo sie Neovaskularisationen an der Iris begünstigen.


Die verwendeten   VEGF-Inhibitoren führen meist zu einem Rückgang der Neovaskularisationen.   Allerdings ist diese Therapie meist nicht von langer Dauer. Daher ist oft   eine zusätzliche panretinale Photokoagulation notwendig.


Netzhautchirurgie

Kommt es aufgrund einer   Restamotio zur Entstehung einer Rubeosis iridis, so kann eine Operation zur   Wiederanlegung der Netzhaut einen positiven Effekt erreichen. Auch hierbei   ist meist eine zusätzliche panretinale Laserkoagulation notwendig.

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Rubeosis Iridis - Prognose

Generell hängt die Prognose bei einer Rubeosis iridis von der zu Grunde liegenden Erkrankung   ab. Auch der Zeitpunkt der Diagnose spielt eine wichtige Rolle. Oft gehen die   Betroffenen erst zu spät zum Augenarzt, da sie keine Beschwerden bemerken   oder diese nicht für schwerwiegend halten. Daher wird die Diagnose in vielen Fällen erst in bereits vorangeschrittenem Stadium gestellt.

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Rubeosis Iridis - Prävention

Einer Rubeosis iridis kann durch eine zeitgerechte Behandlung der   Ursachen vorgebeugt werden.


Bei Patienten, die   unter einem Diabetes mellitus leiden, ist neben einer guten Einstellung des   Blutzuckers auch eine regelmäßige Kontrolle durch einen Augenarzt dringend   empfohlen. Auch weitere vorbeugende Maßnahmen (Diät, Bewegung) können die   Folgen eines Diabetes mellitus reduzieren.


Auch in Folge von   entzündlichen Erkrankungen des Auges oder Gefäßverschlüssen kann es zu einer   Rubeosis iridis kommen. Halten sie daher die vom behandelnden Augenarzt   empfohlenen Kontrollintervalle ein, um das Risiko für Folgeschäden zu   minimieren.

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Rubeosis Iridis - Gallerie

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