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Astvenenverschluss

Astvenenverschluss

ICD-10:   H34.8   Sonstiger Netzhautgefäßverschluss - Venöser retinaler Gefäßverschluss: Venenast

Ein Venenastverschluss entsteht durch die Blockade eines der abführenden Blutgefäße (retinale Venen) durch einen Thrombus. Er tritt in der Regel plötzlich auf und führt zu einer schmerzlosen Sehverschlechterung, die meist als verschwommenes oder getrübtes Sehen im betroffenen Bereich wahrgenommen wird.


Im Rahmen der Kontrolle durch einen Augenarzt kann ein Venenverschluss per Blickdiagnose vermutet werden. Mit Hilfe zusätzlicher Untersuchungen (z.B. Fluoreszenzangiographie) kann das Ausmaß der Durchblutungsstörung genauer beurteilt werden. Je nach Ausprägung kann eine Therapie mit intraokulären Injektionen (Anti-VEGF, Kortison, etc.) oder eine Laserkoagulation notwendig sein. 

Das Wichtigste auf einen Blick

Definition

Verschluss einer retinalen Vene durch einen Thrombus.

Ursachen

Thrombus

Symptome

Sehverschlechterung, Trübung, Schleiersehen, schmerzlos

Diagnostik

Spaltlampenuntersuchung, FAG, internistische Abklärung

Therapie

Evtl. Anti-VEGF Therapie, Cortisioninjektionen, Laserkoagulation

Vorbeugung

Therapieadhärenz bei Grunderkrankungen

Astvenenverschluss - Definition

Als Astvenenverschluss wird ein Verschluss eines Teils der Vena centralis retinae bezeichnet. Diese ist das Hauptblutgefäß der Netzhaut und das einzige abführende Gefäß aus dem Auge.


Bei einem Zentralvenenverschluss wird hingegen der gesamte Abfluss der zentralen Netzhautvene verschlossen.

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Astvenenverschluss - Symptome

Ein Venenverschluss äußert sich meist durch eine plötzlich eintretende, aber schmerzlose Sehverschlechterung. Fast immer betrifft die Sehverschlechterung nur ein Auge. Im Unterschied zu einem Arterienverschluss, handelt es sich nicht um einen vollständigen Sehverlust im betroffenen Bereich, sondern meist wird die Sehverschlechterung als „Trübung“ oder „Verschwommenes Bild“ beschrieben.

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Astvenenverschluss – Ursachen & Risikofaktoren

Auslöser für ein Venenthrombose ist ein Thrombus (Ablagerungen auf der Gefäßinnenseite, welche das Gefäß verstopfen). Wird ein Thrombus von einer anderen Stelle eingespült, so bezeichnet man dies als Embolie.


Der häufigste Ort für einen Thrombus sind Gefäßkreuzungen oder bei einem zentralen Venenverschluss die Lamina cribrosa, welche eine Engstelle am Austrittspunkt des Sehnerven darstellt. 


Risikofaktoren und Auslöser

  • Alter

  • Arterielle Hypertonie

  • Hyperlipidämie

  • Diabetes mellitus

  • Erhöhte Blutviskosität

  • Glaukom

  • Kontrazeptiva

  • Nikotin

  • Retinale Vaskulitis

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Astvenenverschluss - Diagnostik

Besteht aufgrund der Verdacht auf eine Venenthrombose, muss eine Kontrolle durch einen Augenarzt erfolgen.  Nur durch die Kontrolle von einem Augenarzt können andere Ursachen ausgeschlossen und eine eindeutige Diagnose gestellt werden. 


Pupillendiagnostik

Generell zeigt sich eine unauffällige, regelrechte Pupillenfunktion.


Nur bei massiver Ausprägung, insbesondere bei ischämischen Zentralvenenverschlüssen kann sich eine milde relativ afferente Pupillenstörung (RAPD)zeigen.


Spaltlampenuntersuchung

Initiale Veränderungen

Es zeigen sich ausgeprägte venöse Gefäßschlängelungen (Tortuositas vasorum) und Kaliberschwankungen/ -verdickungen. Außerdem bestehen typischer Weise flammenförmige Blutungen oder Punkt und Fleckblutungen im Bereich der Venenthrombose. 


Es können auch cotton wool spots im betroffenen Bereich bestehen.


Veränderungen im weiteren Verlauf

Meist bilden sich die initialen Blutungen zurück. Es können weißliche Gefäßveränderungen (ghost vessels) auftreten, Kollateralgefäße am Rand von Ischämiezonen entstehen oder Proliferationen am Sehnerven entstehen. In Folge eines Makulaödems können sich harte Exsudate ausbilden.


Internistische Abklärung

Bei Vorliegen einer retinalen Venenthrombose sollte immer eine internistische Durchuntersuchung erfolgen.


Im Rahmen der Abklärung werden folgende Risikofaktoren abgeklärt:

  • Blutdruck

  • Blutbefund (inkl. Senkung, Blutbild, Blutfette)

  • EKG

  • Blut-Befund

  • Karotis Doppler-Ultraschall


Zusätzliche Untersuchungen bei jungen Patienten oder Patienten mit beidseitiger Venenthrombose


  • Thoraxröntgen (Sarkoidose ,Tuberkulose, Linksherzhypertrophie)

  • Carotis-Doppler Ultraschall

  • Thrombophilie-Screening

  • Autoantikörper (Rheumafaktoren, ANA, ANCA, anti-DNA Antikörper)

  • ACE

  • CRP

  • Treponema Serologie

  • Homocystein


Optische Kohärenztomographie (OCT)

Im OCT zeigt sich meist ein zystoides Ödem sowie eine Netzhautverdickung. Die Ausbreitung lässt sich sehr gut quantifizieren. Bei länger bestehenden Ödemen können sich harte Exsudate im Randbereich des Ödems zeigen.


Fluoreszenzangiographie (FAG)

In der Fluoreszenzangiographie kann die Ausdehnung des Gefäßverschlusses genauer beurteilt werden. Typischerweise zeigt sich ein verspätete oder inkomplette venöse Füllphase sowie perivaskuläre Hypofluoreszenzen. Diese werden durch die Blutungen oder ein bestehendes Makulaödem verursacht.  Auch Leckagen oder Staining ist oft ersichtlich.


Bei ischämischen Venenverschlüssen können zusätzlich Ischämieareale, Kollateralgefäße im Randbereich der Ischämie sowie unter Umständen auch Neovaskularisationen (bei 5% der Betroffenen) gefunden werden.

Hinweis:   Bei vorliegen einer RAPD und einem Visus <0,1 besteht ein erhöhter Verdacht auf einen Ischämischen Zentralvenenverschluss und somit eine reduzierte Visus-Prognose

Astvenenverschluss - Therapie

Die notwendigen Behandlungsmaßnahmen hängen in erster Linie von dem Ausmaß des Venenverschlusses ab. 


Observanz

Bei einer guten Sehkraft und fehlenden weiteren okulären Veränderungen kann keine weitere ophthalmologische Therapie notwendig sein.


Behandlung von Grunderkrankungen

Eine adäquate Therapie von bestehenden Grunderkrankungen (Bluthochdruck, Hyperlipidämie) ist essentiell, um das Risiko für weitere Gefäßverschlüsse zu minimieren. Insbesondere bei jungen Patienten (<50 Jahre) oder Patienten mit beidseitigen Venenverschlüssen können weitere Abklärungen notwendig sein.

 

Anti-VEGF

Kommt es zu einem Makulaödem, kann dieses mit intravitrealen Injektion (=“Spritzen ins Auge“) behandelt werden. Oftmals ist eine wiederholte Therapie über mehrere Monate notwendig.


Dexamethason

In Abwägung des Nutzen-Risikoprofils kann alternativ oder zusätzlich zur Anti-VEGF Therapie auch eine Behandlung mit okulären Dexamethason-Injektionen begonnen werden.


Argon Laser Koagulation

Bestehen Neovaskularisationen im Bereich der Papille oder Peripherie kann eine sektorielle Laserbehandlung notwendig sein. Bei Neovaskularisationen im Bereich der Papille ist meist eine Panretinale Photokoagulation notwendig.

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Astvenenverschluss - Prognose

Die Prognose bei einem Astvenenverschluss hängt stark vom Schweregrad des Erstbefundes ab. In der Regel kommt es jedoch unter Therapie innerhalb von mehreren Monaten zu einer Verbesserung.


Dennoch besitzen Betroffene ein deutlich erhöhtes Risiko aufgrund von Neovaskularisationen (Gefäßneubildungen) einen erhöhten Augendruck zu entwickeln.


Außerdem können sich Neovaskularisationen im Bereich der Netzhaut entwickeln, die eine Laserbehandlung notwendig machen.

Hinweis:   Auch bei fehlenden Beschwerden müssen die regelmäßigen Kontrollen beim Augenarzt eingehalten werden. Nur so können schwerwiegende Nebenwirkungen vermieden werden.

Astvenenverschluss - Gallerie

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Rechtshinweis: Diese Seite enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung verwendet werden. Sie kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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