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Gerstenkorn

Gerstenkorn (Hordeolum)

ICD-10:   H00.0   Hordeolum und sonstige tiefe Entzündung des Augenlides

Ein Gerstenkorn (Hordeolum) ist eine Infektion der Drüsen des Augenlids durch Bakterien. Dabei kommt es meist zu einer schmerzhaften Rötung, Druckempfindlichkeit und Eiteransammlung am oberen oder unteren Lidrand. Ein Gerstenkorn kann äußerst unangenehm sein, ist aber meistens harmlos. In der Regel heilt es auch ohne medizinische Therapie wieder ab.

Ein Gerstenkorn (Hordeolum) ist eine meist eitrige Entzündung aufgrund einer Infektion der Drüsen des Augenlids . Dabei kommt es zu Rötung, Schmerzen, Schwellung

Das Wichtigste auf einen Blick

Definition

akute eitrige Entzündung des Augenlids

Ursachen

bakterielle Infektion der Drüsen des Augenlids

Symptome

Rötung, Schwellung des Lids, Schmerzen, Druckempfindlichkeit

Therapie

Wärme (z.B. Rotlichtlampe), antibiotische Salbe oder Tropfen, antiseptische Salbe, Eröffnung (Inzision) der Schwellung zur Eiterentleerung

Komplikation

Entzündungen der Augenhöhle (Orbita) und/oder Bindehaut (Konjunktiva), Lidabszess

Vorbeugung

auf Hygienemaßnahmen (Augenhygiene) achten

Gerstenkorn - Definition

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iD01_InhaltHinweis

Gerstenkorn - Symptome

Ein Gerstenkorn ist eine Entzündung der Talg- und Schweißdrüsen des   Augenlids. Dadurch entsteht eine gerötete Schwellung oder Knoten am Augenlid. Zu den häufigsten   Symptomen gehören:


  • Schwellung des Augenlids

  • Rötung

  • Starke Schmerzen

  • Eiterbildung

  • Druckempfindlichkeit

  • Spannungsgefühl


Man unterscheidet   dabei zwei Formen von Gerstenkörnern, abhängig davon, welche Drüsen des Augenlids   von der Entzündung betroffen sind:


Ein inneres   Gerstenkorn (Hordeolum internum) entsteht an der Lid-Innenseite. Es ist daher   oft von außen nicht zu sehen. Beim Umklappen des Augenlids nach außen sieht   man jedoch eine gerötete Schwellung, die im Laufe der Zeit an Dicke zunimmt.   und eventuell mit Eiter gefüllt ist. Gelegentlich kommt es außerdem zu einer   Infektion der Bindehaut des Auges und einer Bindehautentzündung   (Konjunktivitis). Damit verbunden kann eine Schwellung der Bindehaut   (Chemosis) sein.


Bei äußeren   Gerstenkörner (Hordeolum externum) sind die am Lidrand gelegenen Moll- oder   Zeis-Drüsen betroffen. Daher kann ein äußeres Gerstenkorn meist bereits auf   den ersten Blick erkannt werden. Die dabei entstehende rötliche, schmerzhafte   und oft mit Eiter gefüllte Schwellung ist meist von außen leicht zu erkennen.   Selten treten bei einem Gerstenkorn Symptome wie Fieber oder geschwollene   Lymphknoten vor den Ohren auf. Verläuft die Erkrankung schwer, kann sich die   Entzündung auf die Augenhöhle ausweiten (Orbitalphlegmone) oder Lidabszesse   verursachen.

Hinweis:   Versuchen Sie nicht am Auge zu reiben oder das Gerstenkorn auszudrücken. Dadurch kann es zu einer Ausbreitung der Entzündung kommen.

Gerstenkorn – Ursachen & Risikofaktoren

Ein Gerstenkorn wird meist durch eine bakterielle Infektion ausgelöst.   Dabei ist der häufigste Auslöser Staphylococcus aureus. Staphylokkoken sind   Bakterien, die auf Haut und Schleimhäuten vorkommen. Gelegentlich wird ein Gerstenkorn auch durch   eine Streptokokken-Infektion ausgelöst. Diese Bakterien kommen hauptsächlich   im Mund- und Rachenraum vor.

Wenn diese Bakterien   ins Auge gelangen, können sie die Drüsen der Augenlider infizieren und es   bildet sich ein Gerstenkorn. Man unterscheide zwei verschiedene Arten von   Gerstenkörnern.


Inneres Gerstenkorn   (hordeolum internum)

Hierbei kommt es zu   einer Entzündung der Meibom-Drüsen. Meibom Drüsen sind Talgdrüsen am   Innenrand des Augenlids. Die Meibom-Drüsen geben eine ölige Flüssigkeit ab,   welche sich mit der von den Tränendrüsen abgegebenen Tränenflüssigkeit   vermischt und ein zu schnelles verdunsten verhindert.


Äußeres Gerstenkorn   (hordeolum externum)

Hierbei kommt es zu   einer Entzündung Moll- oder Zeis-Drüsen. Diese Schweiß oder Talgdrüsen liegen   weiter außen am Lid. Daher auch der Name äußeres Gerstenkorn. Diese Form des   Gerstenkors ist die seltener als innere Gerstenkörner.


Hordeolosis

Kommt es wiederholt zu   einem Gerstenkorn oder treten mehrere Gerstenkörner gleichzeitig auf, spricht   man von einer Hordeolosis. In diesem Fall ist eine Vorstellung beim Augenarzt   immer zu empfehlen, da eine Schwächung des Immunsystems als Ursache (z.B. bei   Diabetes mellitus) vorliegen kann, die eine weitere Abklärung benötigt.


Die Entstehung eines   Gerstenkorns kann durch ein geschwächtes Immunsystems begünstigt werden.   Mehrere Faktoren können das Immunsystem Schwächen. Sowohl Stress als auch   unterschiedliche Krankheiten können zu einer Abwehrschwäche führen.   Insbesondere bei Vorliegen einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kommt es   gehäuft zu Gerstenkörnern. Aber auch bei Akne kann es zur Bildung eines   Gerstenkorns kommen.


Mangelnde Hygiene oder   inkorrekte Pflege der Augen kann ebenso das Auftreten eines Gerstenkorns   begünstigen. Vermeiden Sie daher das   Reiben an den Augen mit ungewaschenen Händen und achten Sie auf gründliches   Händewaschen.


Da bei Kinder das Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist,   entwickeln Kinder auch häufiger Gerstenkörner als Erwachsene

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Gerstenkorn - Diagnostik

Ein Gerstenkorn ist eine meist harmlose Entzündung der Augenlider, die   aufgrund Ihrer Symptome leicht erkannt wird. Allerdings empfiehlt sich dennoch eine Vorstellung   beim Augenarzt, denn nur ein Experte kann andere Ursachen ausschließen oder   Komplikationen frühzeitig erkennen. Insbesondere, wenn gleichzeitig mit dem   Gerstenkorn auch eine Entzündung der Bindehäute entsteht sind weitere   Untersuchungen notwendig.


Blickdiagnose

Ein äußeres   Gerstenkorn kann der Arzt bereits auf den ersten Blick erkennen. Üblicher   Weise kommt es zu einer sichtbaren, geröteten Schwellung und einem mit Eiter   gefülltem Bereich Nahe den Wimpern. Dies sieht ähnlich einem „Pickel“ am   Augenlid aus.

Ein inneres   Gerstenkorn ist dagegen jedoch nicht immer so leicht zu erkennen. Bei einem   inneren Gerstenkorn sind die Drüsen am Innenrand des Augenlids entzündet. Der   Augenarzt wird daher das Lid vorsichtig umstülpen und die Innenseite des Auges   untersuchen.


Spaltlampenuntersuchung

Meistens wird der   Augenarzt zusätzlich das Auge noch mit Hilfe einer Spaltlampe untersuchen.   Hierbei handelt es sich um ein Mikroskop, dass es ermöglicht die Strukturen   des Auges vergrößert zu betrachten. Bei Verdacht auf ein Gerstenkorn wird   neben den Lidern auch der vordere Abschnitt des Auges untersucht, um   Entzündungen im Bereich der Bindehaut, Hornhaut oder an anderen Stellen   auszuschließen.


  • Augenlider

  • Lidkanten

  • Tränenfilm

  • Bindehaut

  • Hornhaut

  • Vorderkammer

  • Iris


Ausschluss anderer Erkrankungen

Im Rahmen der   Kontrolle beim Augenarzt werden andere Ursachen ausgeschlossen, die ähnliche   Beschwerden verursachen können. So kann ein Hagelkorn (Chalazion)   beispielsweise von einem Laien leicht mit einem Gerstenkorn verwechselt   werden. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine aktue Entzündung   sondern um eine chronische Entrzündung der Meibom Drüsen. Ein Hagelkorn ist   oft nicht eitrig und auch nicht schmerzhaft. Ein Hagelkorn muss in der Regel   nicht behandelt werden, wenn die Betroffenen jedoch stark durch die bleibende   Schwellung gestört sind, kann eine Operation notwendig sein.


Eine   Tränensackentzündung (Dacrozystitis) präsentiert sich ebenfalls durch Rötung,   Schwellung sowie oft auch einem eitrig, fluktuierendem Erscheinungsbild.   Dabei ist jedoch immer der nasale Teil der Augenlider betroffen. Eine   Tränensackentzündung betrifft häufiger Kinder als Erwachsene. Ein   wesentlicher Unterschied hierbei ist, dass eine Entzündung der Tränensäcke im   Gegensatz zu einem Gerstenkorn oft mit oralen Antibiotika behandelt werden   muss.

Hinweis:   Auch wenn sich ein Gerstenkorn recht leicht identifizieren lässt, empfiehlt sich dennoch eine Kontrolle beim Augenarzt, um andere Ursachen auszuschließen.

Gerstenkorn - Therapie

Ein Hordeolum ist schmerzhaft und für die Betroffenen meist sehr   unangenehm. Insbesondere bei starken Schmerzen sind Patienten oft   verunsichert. Allerdings   gilt: In der Regel heilt ein Gerstenkorn selbstständig wieder ab. Nach   einigen Tagen öffnet sich das Gerstenkorn meist spontan und der Eiter kann   abfließen. Daraufhin geht die Entzündung wieder zurück. Eine spezielle   Behandlung durch den Augenarzt ist meist nicht notwendig.


Versuchen Sie nicht   ein Gerstenkorn auszudrücken! So können ansteckende Erreger verschleppt   werden, und sich die Entzündung weiter ausbreitet.


Folgende Methoden   können jedoch, den Heilungsprozess bei einem Gerstenkorn beschleunigen:


Trockene Wärme

Eine der besten   Möglichkeiten, mit der Sie ein Gerstenkorn selbstständig zu Hause behandeln   können ist durch lokale Wärme. Hierdurch wird die Durchblutung gefördert und   der Talg kann aufgeweicht werden. So wird die spontane Entleerung des   Gerstenkorns beschleunigt.


Trockene, warme   Umschläge sind eine einfache Methode. Befeuchten Sie ein Tuch mit warmem   Wasser und achten Sie dabei darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist.   Drücken Sie das Tuch anschließend gut aus und legen Sie es sich für einige   Minuten auf die Augen.


Alternativ können Sie Dinkel   oder Reiskissen verwenden oder spezielle Wärmebrillen in der Apotheke kaufen.

Die Bestrahlung mit   einer Rotlichtlampe hat einen ähnlichen Effekt. Setzen Sie sich hierfür in   einigem Abstand mit geschlossenen Augen für etwa 10 Minuten vor die Rotlichtlampe.


Besprechen Sie eine   Rotlicht Therapie aber zuerst mit Ihrem Augenarzt. Er kann wird Ihnen die   optimale Vorgehensweise erklären und sie darauf hinweisen, was bei der   Anwendung von Rotlicht zu beachten ist - vor allem, wenn Sie Medikamente   einnehmen.


Vermeiden Sie   feuchte Wärme (feucht-warme Umschläge, Kompressen). Diese weichen die Haut   auf und können so eine Verschleppung der Bakterien begünstigen.


Salben und Augentropfen

Zusätzlich kann ein   Augenarzt antibiotische Augensalben oder Augentropfen verschreiben. Diese   verhindern, dass sich die Entzündung weiter ausbreitet. Hierfür werden meist   Antibiotika aus der Gruppe der Aminoglykoside oder Chloramphenicol verwendet.   Zur Behandlung wendet man die Augentropfen tagsüber und die Salbe nachts an.

Insbesondere bei   inneren Gerstenkörnern kann eine Therapie mit Antibiotika ein Ausbreiten der   Entzündung auf die Bindehaut und die Augenhöhle verhindern.


Eine Behandlung mit   oralen Antibiotika (Tabletten) ist nur dann notwendig, wenn sich die   Entzündung bereits ausgebreitet hat. Nehmen Sie Antibiotika immer nur nach   Rücksprache mit Ihrem Augenarzt!


Bei starken Schmerzen   können nach Rücksprache mit dem Arzt auch Schmerzmittel zur Schmerzlinderung   eingenommen werden.


Operation eines Gerstenkorns

Ein Gerstenkorn   verheilt in den meisten Fällen von selbst. Nur wenn sich ein Gerstenkorn   nicht selbstständig eröffnen und die Entzündung längere Zeit andauert, kann   eine Operation notwendig sein. Im Rahmen einer Inzision wird das Auge und die   Lider örtlich betäubt und anschließend das Gerstenkorn durch einen kleinen   Schnitt eröffnet. Eine Naht ist meistens nicht notwendig.


„Hausmittel“

Zu den häufigsten   „Hausmitteln“ zählen feucht-warme Kompressen (z.B. mit Kamillentee), warme   Auflagen oder Breiumschläge. Generell ist bei solchen Hausmitteln jedoch   Vorsicht geboten, da diese manchmal mehr Schaden als Nutzen können.   Insbesondere feuchte Umschläge können die Haut der Augenlider aufweichen und   so ein Verschleppen der Bakterien erleichtern. Auch die Verwendung von   Teeumschlägen ist eher nicht empfehlenswert, da es hierdurch zu Allergien und   zusätzlichen Reizung der Augen kommen kann.

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Gerstenkorn - Prognose

Gerstenkörner heilen in der Regel selbständig wieder ab und benötigen oft keine Therapie. Nach   wenigen Tagen öffnet sich das Gerstenkorn selbstständig und nach Abfließen   des Eiters bildet sich die Rötung in den folgenden Tagen wieder vollständig   zurück. Nur in seltenen Fällen kann sich ein Teil des Gerstenkorns abkapseln   und es bleibt eine verhärtete Stelle zurück. Dies wird auch als Hagelkorn   bezeichnet. Nur wenn dieses Beschwerden verursacht, kann es notwendig werden   auch ein Hagelkorn operativ zu entfernen.

Zu den Komplikationen,   die in Folge eines Gerstenkorns auftreten können, zählen die folgenden:


Bindehautentzündung

Ein Gerstenkorn kann   eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) oder eine Bindehautschwellung   (Chemosis) auslösen.

Entzündung der   Augenhöhle

Selten kann sich die   Entzündung auf die Augenhöhle ausweiten. Dieser schwere Krankheitsverlauf   wird als Orbitaphlegmone bezeichnet und ist äußerst selten.


Lidabszess

Ein anderer schwerer   Verlauf eines Gerstenkorns stellt ein Abszess des Augenlids da. Dieser wird   auch als Eiterbeule oder Eitergeschwür bezeichnet und ist ebenfalls sehr   selten.

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Gerstenkorn - Prävention

Zu Vorbeugung gegen   Gerstenkörner empfiehlt sich die Einhaltung der üblichen Hygienemaßnahmen.   Insbesondere regelmäßiges Händewaschen und eine adäquate Händehygiene sind   hierbei zu beachten, da die Erreger von Haut und Schleimhäuten über die Hände   ins Auge gelangen können. Vermeiden Sie es daher sich mit schmutzigen Händen   ins Gesicht zu fassen.


Träger von Kontaktlinsen   müssen zusätzlich besonders vor dem Einsetzten und Herausnehmen der   Kontaktlinsen ihre Hände waschen und die Kontaktlinsen immer fachgerecht aufbewahren   und gründlich reinigen. So kann nicht nur einem Gerstenkorn, sondern auch   anderen Entzündungen des Auges vorgebeugt werden.


Sollten Sie bereits   ein Gerstenkorn haben, drücken Sie es nicht aus und vermeiden Sie dieses zu   berühren. So kann die Infektion nämlich auf andere Stellen oder auch das   gesunde Auge weitergetragen werden.

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